Landtechnik
15.06.2010
Aus Forschung und Entwicklung

Die Maschine der Zukunft

Braunschweig - Das Förderprojekt R2B des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie stellte seine Ergebnisse vor und demonstrierte selbstorganisierende Landmaschinen.

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Projekt R2B (Foto: SimoBIT)

Künftig organisieren landwirtschaftliche Maschinen die Verarbeitung von Informationen ohne Zutun des Landwirts. Die Maschine der Zukunft kommuniziert über ein IT-System mit anderen Maschinen, dokumentiert die geleistete Arbeit, gibt Hinweise auf benötigte Wartungstätigkeiten oder warnt vor Hindernissen – alles automatisiert. Die Automatisierung von Geschäftsprozessen vereinfacht Entscheidungen in der täglichen Arbeit und spart vor allem an der kostbaren Ressource "Zeit".

Möglich macht dies die Arbeit des im Rahmen der Förderinitiative SimoBIT vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gestartete Projekt Robot to Business (R2B). Auf einer Veranstaltung zum Abschluss der Projektlaufzeit stellte das Projekt im Johann Heinrich von Thünen-Institut in Braunschweig seine Ergebnisse vor. "Besonders Geschäftsprozesse in der Land-, Bau- und Servicewirtschaft sind durch äußere, nicht planbare Einflüsse wie zum Beispiel Witterung gefährdet. Diese Dynamik zu beherrschen, steht im Fokus unserer Forschung", sagte Projektleiter Thilo Steckel, CLAAS Selbstfahrende Erntemaschinen GmbH. "Unser Ziel ist die Schaffung einer vernetzenden webbasierten Kommunikationsplattform, die automatisch ablaufende und dynamische Prozesse realisiert und somit hilft, wirtschaftliche Risiken durch unvorhergesehene Ereignisse zu vermeiden."

Mehr Produktivität und Qualität landwirtschaftlicher Dienstleistungen

Mit der Lösung von R2B bekomme der Landwirt ein selbstorganisierendes System an die Hand, das ihm einige Bereiche seiner täglichen Arbeit weitgehend abnehme. Es gebe zwar bereits Maschinen und Informationssysteme, die streng definierte Teilaufgaben autonom erledigen können. Diese stießen jedoch an ihre Grenzen, wenn sich das Arbeitsumfeld ändere, was in landwirtschaftlichen und handwerklichen Tätigkeiten aber zum Alltag gehöre. Darüber hinaus ließen sich die Lösungen von R2B auch auf andere Bereiche wie Managementprozesse des Baumaschinenbetriebs und deren Koordination auf den Baustellen anwenden. Auch die Wartung und der Service von IT-Infrastrukturen in produzierenden Unternehmen könnten mit der Lösung von R2B gesteuert werden.

"Bei der Vorführung der Landmaschinen hat das R2B-Konsortium eindrucksvolle Fortschritte in der Anwendung mobiler Informations- und Kommunikationstechnologien aufgezeigt. Sie führen zu mehr Produktivität und Qualität landwirtschaftlicher Dienstleistungen und senken die Kosten. Solche Ergebnisse brauchen wir, um Deutschland als Technologiestandort wettbewerbsfähig zu halten", stellte Dr. Michael Zinke vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie fest. "Mit der Förderung von Projekten wie R2B beschleunigen wir die Entwicklung und breitenwirksame Anwendung innovativer mobiler IKT-Lösungen in der Arbeitswelt." 

R2B: Eines von zwölf SimoBIT-Forschungsprojekten

Die Veranstaltung fand im Vorfeld des diesjährigen FieldRobotEvent (11.-13. Juni 2010) statt. Der internationale Event wurde von der Universität Wageningen/ Niederlande ins Leben gerufen. Studentengruppen führen hier ihre autonomen Roboter vor, die verschiedene Aufgaben mit landwirtschaftlichem Hintergrund bewältigen müssen.

R2B ist eines von zwölf SimoBIT-Forschungsprojekten. SimoBIT steht für sichere Anwendung der mobilen Informationstechnik und treibt vor allem in den Bereichen Maschinenbau, Gesundheitswirtschaft, öffentliche Verwaltung sowie Handwerk und KMU die Entwicklung und Anwendung mobiler Lösungen voran. Im Fokus des Förderschwerpunktes vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie stehen besonders Konzepte zur Gewährleistung von IT-Sicherheit sowie die Schaffung neuer Tätigkeitsfelder und somit auch weiterer Arbeitsplätze.

Forschungsprojekt R2B

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Fünfzig Jahre bis praxistauglich
....... merkwürdig! Irgendwie klingt mir da was im Ohr: Das ist vor 20 Jahren auch schon erzählt worden. Wenn man sich das Gewüsel verschiedener Systeme an den Maschinen heute anschaut, kann man nur mit dem Kopf schütteln!!! Und die Ratlosigkeit der Service-Kräfte ermutigt auch nicht gerade. Meine Meinung dazu: Bis das wirklich praxistauglich umgesetzt ist - sind wir wieder 50 Jahre weiter!
Kommentar von Xaver – 15. Juni 2010 um 19:42h
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