Donnerstag, 17.05.2012
Bio
| 02.01.2012
Zweifel am 20 Prozent-Ziel
Göttingen - Eine Abkehr vom 20 Prozent-Flächenziel für den ökologischen Landbau hat der Vorsitzende der Agrarsozialen Gesellschaft (ASG), Dr. Martin Wille, empfohlen.
Der Vorsitzende der Agrarsozialen Gesellschaft, Dr. Martin Wille, sieht keine Aussicht auf die Umsetzung des 20-Prozent-Flächenziels im Ökolandbau.
© landpixel.de
In seinem Editorial für die jüngste Ausgabe der ASG-Zeitschrift "Ländlicher Raum" begründet der frühere Staatssekretär vom Bundeslandwirtschaftsministerium seinen Vorschlag mit der Aussichtslosigkeit, diese Marke in absehbarer Zeit zu erreichen. Wille hatte Ende 2000 anlässlich der Einweihung des Instituts für ökologischen Landbau in Trenthorst als erstes Mitglied der Bundesregierung das Ziel "20 %-Ökolandbau in zehn Jahren" ausgegeben.
Rahmenbedingungen grundlegend verändert
In seinem ASG-Artikel erinnert er jetzt daran, dass sich seither Rahmenbedingungen grundlegend verändert hätten. So sei man damals davon ausgegangen, dass nur mit Bio gentechnikfreie Produktion und Verarbeitung garantiert werde. Damit einhergegangen sei die Erwartung, das Biosiegel werde dem Wachstum des Ökolandbaus die nötigen Impulse verleihen. Inzwischen habe das Biosiegel jedoch sein Alleinstellungsmerkmal verloren. Das Siegel "ohne Gentechnik" habe sich etabliert, weitere Siegel könnten demnächst hinzukommen, etwa für Tierschutz oder für regionale Herkunft. "Mir scheint, dass man dem Ökolandbau einen Gefallen tun würde, wenn man unter diesen veränderten Bedingungen vom 20 %-Ziel Abschied nehmen würde", so der ASG-Vorsitzende in seinem Leitartikel.
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AgE
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