Donnerstag, 17.05.2012
Fünf Fragen an ... - Dr. Carl-Stephan Schäfer
In unserer Reihe "Fünf Fragen an..." stellen wir Ihnen interessante Menschen vor. Heute: Dr. Carl-Stephan Schäfer, Geschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Pflanzenzüchter in Bonn.
Dr. Carl-Stephan Schäfer
© Werkbild
Dr. Carl-Stephan Schäfer, Geschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Pflanzenzüchter, e. V. (BDP)
Dr. Carl-Stephan Schäfer, Geschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Pflanzenzüchter e. V. (BDP). Jahrgang 1966, geboren in Göttingen, studierte Agrarwissenschaften an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und promovierte dort auch. Er begann seine berufliche Laufbahn als Geschäftsführer des Verbandes Schleswig-Holsteiner Fleischrinderzüchter e. V., war danach zunächst Fachreferent und von 2003 bis 2009 Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Rinderzüchter e. V. und in der gleichen Zeit Geschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Fleischrinderzüchter e. V. (BDF). Daneben war er von 2004 bis 2009 Geschäftsführer des Industrieverbundes FUGATO e. V. (IVF).
Seit 2010 ist er Geschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Pflanzenzüchter e. V. (BDP) und stellvertretender Geschäftsführer der Gemeinschaft zur Förderung der privaten deutschen Pflanzenzüchtung e. V. (GFP). Seit 2009 ist er außerdem stellvertretender geschäftsführender Vorsitzender der German Export Association for Food and Agriproducts GEFA e. V.
1. Was macht für Sie die "Faszination Züchtung" aus?
Die Pflanzenzüchtung ist die Grundlage einer langen
Wertschöpfungskette. Die Arbeit der Züchter basiert vor allem auf Ideen
und wissenschaftlichen Erkenntnissen, die sie in modernen Sorten
zusammenführen. Dies geschieht ohne rauchende Schornsteine und
aufwändige Industrieanlagen. Kaum ein anderer Wirtschaftszweig
kombiniert Wachstum so überzeugend mit Ressourcenschonung. Mich
fasziniert besonders, wie vorausschauend die Pflanzenzüchter arbeiten.
Sie müssen heute schon einschätzen, wie die Anforderungen der Zukunft
an neue Sorten sein werden. Das ist umso beeindruckender, wenn man
bedenkt, dass bis zur Marktreife einer Sorte bis zu 20 Jahre vergehen
und ihre Entwicklung mehrere Millionen Euro kostet.
2. Was motiviert Sie?
Die Pflanzenzüchtung leistet mit modernen Sorten einen
wichtigen Beitrag zur Bewältigung der weltweiten Herausforderungen.
Hier denke ich vor allem an die Sicherung der Welternährung, die
Bewältigung der Folgen des Klimawandels und die Bereitstellung
nachwachsender Rohtstoffe. Die Erfolge der Pflanzenzüchtung werden
entscheidend sein, den Bedarf an pflanzlichen Rohstoffe für die
wachsende Weltbevölkerung decken zu können. Nur mit einem
ganzheitlichen, mit der Umwelt zu vereinbarenden Ansatz können die
Ansprüche an Nahrungs- und Energieversorgung der Zukunft befriedigt
werden. Aus dieser großen gesellschaftlichen Aufgabe, die drängenden
Probleme zu lösen, entsteht für mich die Motivation, mich für geeignete
Rahmenbedingungen für die Pflanzenzüchtung einzusetzen. Sie sind für
die erfolgreiche Forschungs- und Entwicklungsarbeit der Züchter und
damit für die Entstehung innovativer Sorten vonnöten.
3. Was verstehen Sie unter Teamplay?
Teamplay ist für mich die Grundlage für ein langfristig
erfolgreiches Arbeiten. In Bezug auf die Verbandsarbeit verstehe ich
darunter zum einen die ausgewogene Zusammenarbeit zwischen Haupt- und
Ehrenamt für die gemeinsame Aufgabe. Zum anderen bedeutet Teamplay im
Mitarbeiter- und Kollegenkreis, dass die zu erreichenden Ziele nicht im
Alleingang, sondern durch den gemeinschaftlichen Beitrag aller
umgesetzt werden. Die Bereitschaft und Fähigkeit, mit anderen an
Projekten zu arbeiten, ihre Stärken zu erkennen und selbst auch
zurückstehen zu können, halte ich dabei für besonders wichtig.
4. Verbandsarbeit für inhabergeführte Mitgliedsunternehmen bedeutet….
die Interessen einer überwiegend mittelständisch gepägten
Branche gegenüber Politik, Wirtschaft und Wissenschaft national und
international erfolgreich zu vertreten.
5. Was ist Ihr persönliches Überdruckventil für die Arbeit?
Ich spiele leidenschaftlich gern und regelmäßig Fußball - dies schon
seit meiner Jugend. Ob ich dabei erfolgreich bin, lasse ich an dieser
Stelle offen. Der Sport ist für mich ein notwendiger Ausgleich zu
meiner Arbeit, der mich auf andere Gedanken bringt und aus dem ich viel
Kraft für meine Tätigkeit schöpfe.
Angelika Sontheimer, Freie Agrarjournalistin
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