Preisträger und Ehrengäste: Verleihung des Staatspreises für vorbildliche Waldbewirtschaftung im Max-Joseph-Saal der Münchner Residenz.
© Fotos: Kellerer
Der Staatspreis für vorbildliche Waldbewirtschaftung steht für Helmut Brunner heuer in einem ganz besonderen Rahmen, nämlich dem Internationalen Jahr der Wälder, dem die Vereinten Nationen das Motto "Wälder für Menschen" gegeben haben. Zwar braucht laut Brunner der Mensch den Wald mehr als der Wald den Menschen, aber wir möchten hier ergänzen, dass es dem Wald sehr gut tut, wenn sich auch die Menschen um ihn kümmern. Das beweisen die Preisträger. Und nicht nur die, wie Sepp Spann, Präsident des Bayerischen Waldbesitzerverbandes, bei der Preisverleihung feststellte. "Es ist schade, dass wir nicht alle Bewerber auszeichnen konnten", so Spann. Und er spannte den Bogen gleich noch weiter. Laut Bundeswaldinventur II habe Bayern den schönsten Wald Europas und das sei das Verdienst aller Waldbesitzarten und der Forstverwaltung.
Bei der letzten Novelle des Waldgesetzes wurde nicht hineingeschrieben, wie der Wald aussehen soll, das findet Spann gut, denn der Wald solle individuell so aussehen, wie ihn sein Eigentümer haben will. Wenn demnächst 300 Jahre Nachhaltigkeit gefeiert würden, dann sei das Beste an diesen 300 Jahren die Eigenverantwortung der Eigentümer. "Wer dem Waldbesitzer Anerkennung zukommen lassen wolle, der lasse ihm die Freiheit der Entscheidung", sagte Spann. Man brauche die Forschung und die Beratung, aber die Entscheidung müsse beim Eigentümer liegen. Dass dies manchmal gar nicht so einfach ist, zeigte BBV-Waldpräsident Bernhard Weiler auf. Es gibt Waldkörperschaften, in denen einzelne Eigentümer nur wenige Quadratmeter besitzen. Aber auch dieses Eigentum müsse geschützt werden. Andererseits sollen auch diese Eigentümer zur Nutzung verpflichtet werden, vor allem aber muss ihnen die Möglichkeit zur Nutzung eröffnet werden. Einen Ansatz dazu sieht Weiler in der Differenzierung von Eigentumsrecht und Nutzungsrecht. "Da sollten wir Hirnschmalz investieren", so der Waldpräsident des BBV. Zurück zur Preisverleihung. "Wir sind stolz, dass wir hier etwas eigentlich ganz natürliches vorzeigen können", betonte Weiler, nämlich Waldbesitzer, die nachhaltig und verantwortungsbewusst wirtschaften, dabei Leistungen für die Gesellschaft erbringen und den Wald mit ökologischen Dingen anreichern, die sinnvoll sind. Damit aus solchen für die Waldbesitzer natürlichen Dingen auch für die Gesellschaft selbstverständliche Dinge werden, reiche ein Staatspreis alle zwei Jahre aber nicht aus. "Wir müssen unsere Arbeit täglich vorleben und vorführen", so Weiler. Das sieht Helmut Brunner ganz ähnlich. Der Wald könne seine lebenswichtigen Funktionen nur erfüllen, wenn er aktiv gepflegt und bewirtschaftet werde. "Diese Verantwortung übernehmen tagtäglich unsere 700 000 privaten Waldbesitzer, unsere kommunalen und staatlichen Forstbetriebe, und zwar generationenübergreifend und gleichermaßen nachhaltig. Die, die da noch herausragen, und Musterbeispiele für eine zukunftsorientierte Forstwirtschaft schaffen, werden mit dem Staatspreis ausgezeichnet. "Sie stehen hier auch stellvertretend für die vielen Waldeigentümer, die weitgehend unbeachtet von der Öffentlichkeit einen wichtigen Beitrag für den Wald und die Gesellschaft leisten", so Brunner.
Sepp Kellerer