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[ » LAND & Forst » Content » Aus den Regionen » 59 Prozent des Grundwassers mit Nitrat belastet = ]
Donnerstag, 17.05.2012
« zurück Probeabo
Aus den Regionen | 08.03.2011

59 Prozent des Grundwassers mit Nitrat belastet

Hannover (dpa/lni) - In weiten Teilen Niedersachsens weist das Grundwasser zu hohe Nitratwerte auf, vor allem als Folge von Dünger aus der Landwirtschaft. Rund 60 Prozent seien überdurchschnittlich mit Nitrat und 8,5 Prozent mit Pestiziden belastet, teilten SPD und Grüne am Montag mit. «Die andauernde Belastung des Grundwassers, die in einigen Regionen des Landes sogar noch angestiegen ist, ist ein eindeutiges Indiz für das Versagen der Landesregierung in der Umwelt- und Landwirtschaftspolitik», sagte Grünen-Fraktionschef Stefan Wenzel. 
 
Das niedersächsische Umweltministerium bestätigte die Zahlen auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa, erklärte jedoch, die Lage sei nicht dramatisch. Die Statistik müsse differenzierter betrachtet werden. Die hohe Zahl basiere einzig auf der von der EU geforderten einheitlichen Bewertung der jeweiligen Messbereiche. Diese würden im Schnitt bis zu 400 Quadratkilometer umfassen. Wenn nur an einem Punkt innerhalb des Messbereiches erhöhte Werte festgestellt würden, müsse das komplette Wasserreservoir als belastet ausgewiesen werden. «Faktisch sind nur 27 Prozent belastet», sagte ein Sprecher, «wobei sogar nur 15 Prozent unter landwirtschaftlichen Nutzflächen liegen». Die anderen Bereiche seien anderweitig, etwa von Wohnhäusern, überbaut.
 
SPD und Grüne kritisierten zudem, dass das Land nicht wie zunächst von der EU gefordert bis 2015 die vorgeschriebenen Obergrenzen einhalten will, sondern sich bis 2027 Zeit nehmen wolle, um die Ziele zu erreichen. «Die Umsetzung hat 2010 fristgerecht begonnen», betonte der Ministeriumssprecher. Aber das Wasser brauche bisweilen Jahrzehnte, um von der Oberfläche in das Reservoir zu gelangen. Daher habe die Landesregierung die Verzögerung nicht zu verantworten.
 
Dies sieht die Opposition erwartungsgemäß völlig anders. «Die Düngemittelverordnung muss überarbeitet und ihre Umsetzung vor allem strenger kontrolliert werden», sagte Tanke. Gleichzeitig müsse der Anfall von immer mehr Fäkalien aus Mastställen sowie der zunehmende Anbau von Silomais in den Fokus genommen werden.
 
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