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[ » ah nachrichten für die Landwirschaft » Archiv » Panorama » Gewaessersanierung ]
Donnerstag, 17.05.2012
Panorama | 25.11.2009

91,5 Millionen Euro für Gewässersanierung

Schwerin - Mecklenburgs Landwirtschaftsminister Backhaus stellte in der Landespressekonferenz die Ziele und Maßnahmen zur Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie vor. Aufgabe der Landwirte sei es die Stickstoffeinträge zu minimieren.

© Lukas Hallauer/fotolia
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© Lukas Hallauer/fotolia

"Sauberes Wasser stellt nicht nur die Grundlage unserer Trinkwasserversorgung dar. Es ist auch Standortfaktor für die Land- und Forstwirtschaft, für den Tourismus, für Industrie und Fischerei. Der Schutz der natürlichen Wasserressourcen und ihre nachhaltige Bewirtschaftung ist daher eine verantwortungs- und äußerst anspruchsvolle Aufgabe", betonte Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus in der Landespressekonferenz zur Vorstellung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie.

'Guten Zustand der natürlichen Gewässer und des Grundwassers erhalten'

Die Wasserrahmenrichtlinie fasst die europaweiten Anstrengungen zum Gewässerschutz in einer übergreifenden Rechtsvorschrift zusammen. Ziel ist es, einen guten Zustand der natürlichen Gewässer und des Grundwassers zu erhalten bzw. diesen zu erreichen. Bei den Oberflächengewässern geht es um einen guten ökologischen und guten chemischen Zustand. Beim Grundwasser kommt es neben einem guten chemischen auch auf einen guten mengenmäßigen Zustand an. "Dieses Ziel soll bereits bis 2015 erreicht werden! Wer mit Gewässerentwicklung jemals zu tun hatte, weiß: Dies ist ein extrem ehrgeiziges Ziel.

Der empfindlichste Parameter bestimmt die Bewertung

Für die Bewertung des Gewässerzustandes nach Wasserrahmenrichtlinie gilt das Prinzip, dass der empfindlichste Parameter die Bewertung bestimmt ("one out - all out"). Das bedeutet, wenn nur ein z.B. biologischer Parameter nicht den guten Zustand anzeigt, kann der ökologische Zustand dementsprechend auch nicht gut sein. Diese sehr strenge "Beurteilungsrichtlinie" der WRRL führte dazu, dass

  • bei den Fließgewässern 10 Prozent der Wasserkörper
  • bei den Seen 66 Prozent
  • von den Grundwasserkörpern 55 Prozent das Prädikat gut bzw. sehr gut erhalten.

Großbetriebliche Strukturen wirken sich positiv aus

Die Landwirte stehen vor der Aufgabe, die Nährstoffeinträge insbesondere an Stickstoff zu minimieren. Hierzu sind eine intensivere landwirtschaftliche Fachberatung aber auch stärkere Anstrengungen der Forschung notwendig. "Gleichwohl haben wir in Mecklenburg-Vorpommern bessere Ausgangsbedingungen als andere Länder. So weist z.B. der Nitratbericht der Bundesregierung von 2008 für Mecklenburg-Vorpommern den bundesweit besten Wert mit einem Stickstoffflächenbilanzüberschuss von 38 Kilo Stickstoff pro Hektar aus. Das ist einerseits auf den geringen Viehbesatz und den hohen Anteil extensiver Wirtschaftsweise z.B. auf Grünland zurückzuführen. Auch die großen Strukturen der Landwirtschaftsbetriebe wirken sich vorteilhaft aus, denn in den großen Betrieben kommt modernste Technik zum Einsatz, um beispielsweise Düngemittel extrem genau zu dosieren", erklärt der Minister.

91,5 Millionen Euro für die Umsetzung wasserwirtschaftlicher Maßnahmen

Neben der Minimierung der stofflichen Einträge ist die Umsetzung von wasserwirtschaftlichen Maßnahmen notwendig. Dafür sind im Zeitraum des ersten Bewirtschaftungsplans (2010 – 2015) rund 91,5 Millionen Euro notwendig. Umgesetzt werden diese vom Land selbst an den Gewässern 1. Ordnung und zusammen mit weiteren Partnern an den Gewässern 2. Ordnung. Dazu wird das Seenprogramm, das bereits seit 1999 existiert, fortgesetzt. Für den Zeitraum von 2009 bis 2015 sind derzeit Sanierungs- und Restaurierungsmaßnahmen an ca. 10 Seen mit einer Seefläche ab 50 Hektar geplant. (pd)

 

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