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06.10.2009
Lebenswerk sucht Zukunft

Internetbörse vermittelt Höfe und Hofnachfolger

München - Trotz der schwierigen Lage machen junge Leute eine landwirtschaftliche Ausbildung, haben aber keinen eigenen Hof. Auf der anderen Seite stehen Bauern ohne Nachfolger, die ihr Lebenswerk weitergeben möchten. Hofgruender.de bringt sie zusammen.

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Christian Vieht, Ansprechpartner für Fragen zur außerfamiliären Hofübergabe und Existenzgründungen. (Foto: hofgruender.de)

Seit einem Jahr und vier Monaten besteht die Internetseite hofgruender.de. Hier finden Anbieter und Nachfrager kostenlos zusammen. Für beide Seiten gibt es umfangreiche Informationen, wie eine Hofübergabe realisiert werden kann.

Denn auf der einen Seite stehen Landwirte, die keinen Hofnachfolger haben, ihr Lebenswerk -den Hof - aber "dennoch nicht an den Meistbietenden verkaufen möchten", wie Christian Vieth, Ansprechpartner für Fragen zur außerfamiliären Hofübergabe und Existenzgründungen in der Landwirtschaft bei hofgruender.de die Lage beschreibt.

Die Situation ist oft dramatisch: Bei über zwei Drittel aller landwirtschaftlichen Betriebe ist die Hofnachfolge ungesichert oder nicht vorhanden.

Hofbörse: Anbieter und Nachfrager finden zusammen

Seit etwa einem Jahr gibt es deshalb auf der Website auch eine "Hofbörse". Anbieter können hier ihren Hof präsentieren und nach einem geeignetem Nachfolger suchen. Die Börse funktioniert auch anders herum. Denn, so Vieht: "Bundesweit gibt es immer mehr Menschen, die nicht aus der Landwirtschaft kommen aber ihre Ausbildung in diesem Bereich machen und auf der Suche nach einem passenden Hof sind."

Alteinteil: Auch ohne Kinder auf dem Hof bleiben

Das besondere der Hofbörse: "Bei uns steht der Mensch im Vordergrund", so Vieth. Konkrekt heißt das, dass der Hof nicht einfach verkauft wird, sondern die Besitzer ihren Altenteil - wie bei einer familiären Übergabe -  auf dem Hof verbringen. Ein Grund, warum die Vermittlung der Höfe durchaus einige Jahre in Anspruch nehmen kann. Schließlich sollen sich Anbieter und Nachfrager vorab gründlich kennen lernen und ausloten, ob eine gemeinsame Zukunft - bei der die dann ehemaligen Hofbesitzer auch noch mitwerkeln können - überhaupt möglich ist. "Dafür sind viele Gespräche nötig", erklärt Vieth.

Doch der Zeitaufwand lohnt sich, mein Vieth: "Wir wissen von einem Fall, bei dem das ganze Dorf glücklich war, dass endlich wieder ein landwirtschaftlicher Betrieb da war. Mit Hofladen, bei dem nicht nur eingekauft werden kann, sondern der auch als Treffpunkt dient." (ez)


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