Pflanze
25.11.2009
Pflanzenschutz

Studie: Gentechnik erhöht Pestizidverbrauch um 145.000 Tonnen

Wien - Eine amerikanische Studie hat herausgefunden, dass seit dem Beginn des kommerziellen Anbaus von Gentech-Pflanzen in den USA der Verbrauch an Pestiziden stark angestiegen ist, da viele Unkräutern gegen die Totalherbizide immun sind.

af_genmais.jpg Mais
(Foto: agrarfoto.com)
Seit dem Beginn des kommerziellen Anbaus von Gentech-Pflanzen wurden in den USA rund 145 Millionen Kilogramm mehr Pestizide ausgebracht als zuvor, meldet die Presseagentur Eco-News. Ein Grund dafür sei der rasante Anstieg an Unkräutern, die gegen die Totalherbizide immun sind. Die Studie von Charles Benbrook vom Organic Center basiere auf Daten des US-Department of Agriculture. "Die US-Gentech-Landwirte versuchen nun mit noch mehr Chemie den Unkräutern Herr zu werden", meint Global 2000-Gentechnik-Experte Werner Müller im Interview.

 

Nur geringe Insektizid-Einsparungen bei Baumwolle und Mais

Geringe Einsparungen von Insektiziden konnten bei Baumwolle und Mais erreicht werden, bestätigt die Studie. "Doch auch hier dürfte sich das Blatt bald wenden, sobald die ersten resistenten Insekten die Maisfelder treffen", meint Müller. Kritiker hätten von Anfang an daran gezweifelt, dass es Einsparungen im Pestizidbereich geben werde, außerdem habe man schon damals befürchtet, dass es bald resistente Unkräuter und Insekten geben werde. "Doch der enorme Anstieg des Pestizideinsatzes in den USA überrascht selbst die Kritiker", so Müller. Er meint, dass die "grüne Gentechnik" in den USA bereits ihren Höhepunkt überschritten habe. "Angesichts des dramatischen Anstiegs von Problemunkräutern kehren immer mehr US-Landwirte der Gentechnik den Rücken." Warum man in Europa immer noch auf die Einführung der Gentechnik dränge, sei angesichts dieser Zahlen völlig unverständlich, meint Müller. (pd)

 


Lesen Sie hierzu auch

Astana sieht keinen Grund für Restriktionen

Ciolos will für EU-Getreide werben

Koalitionszwist über Gentechnik

Artikel
Artikel drucken
Artikel versenden
Artikel kommentieren
Leserbrief schreiben
Artikel druckenArtikel versendenArtikel kommentierenLeserbrief schreiben
Kommentare

Sie können diesen Artikel kommentieren und mit agrarheute.com-Lesern und der Redaktion über das Thema diskutieren. Zum Kommentieren bitte hier klicken..

Wem Gentechnik nutzt
Da sieht man mal wieder wem die Gentechnik am meisten nutzt. Nämlich den Gentechfirmen die gleichzeitig auch die Pflanzenschutzmittel herstellen.
Kommentar von Kunze – 25. November 2009 um 18:55h
Zahlen von Südamerika
Interessant wären die Zahlen von Südamerika sowie den anderen GVO-anbauenden Ländern. Soviel zur Aussage unserer bezahlten Gentechnik-Befürworter: Mehr Ertrag, weniger Gift!!! Was viele schon wussten wird jetzt gottseidank langsam publik. Respekt agrarheute.com dass ihre diese Meldung überhaupt bringt! sabine
Kommentar von schneiderbauer sabine – 25. November 2009 um 19:34h
Wollen keine amerikanischen Verhältnisse
Dass die Agro-Gentechnik diese Ergebnisse bringen wird, dementieren nur noch die davon profitierenden Konzerne, ihre Lobbyisten und interessengeleitete Wissenschaftler. Diese haben leider noch die Deutungshoheit. Aber, bei entsprechender Gegenwehr, können wir in Europa die flächendeckende Kontamination durch und mit GVO,s und ihre Folgeschäden noch verhindern. Wir wollen diesbezüglich nämlich absolut keine "amerikanischen Verhältnisse". Wenige Agro-Multis, die Landwirte und Verbraucher in Abhängigkeit bringen und die Umwelt irreversibel schädigen!
Kommentar von opa kolja – 28. November 2009 um 22:49h
Anzeige
Bild des Tages
Sponsored Links

Aktuellstes Video


Beim dlv erscheinen folgende landwirtschaftliche Fachpublikationen:
dlz agrarmagazin Bayrisches Landwirtschaftliches WochenblattNeue Landwirtschaft Land & Forstjoule Gemuese Agrar Technik Braunvieh