Landtechnik
15.12.2009
Firmennachrichten

Trotz Umsatzeinbußen: Claas behauptet sich in schwierigem Umfeld

Harsewinkel - Der weltweite Markt für Landtechnik verzeichnete nach dem Rekordjahr 2008 teils spürbare Rückgänge. Auch der Umsatz der Claas Gruppe sank nach Unternehmensangaben 2009 um 10,4 Prozent.

claas_bilanz09.jpg
Die CLAAS Geschäftsführung stellte die Zahlen des Geschäftsjahrs 2009 vor (von links: Lothar Kriszun, Dr. Theo Freye, Dr. Hermann Garbers, Hans Lampert) (Foto: Claas)

Das Ergebnis vor Steuern habe 112,3 Millionen Euro betragen und damit zwar 54,7 Prozent unter dem Vorjahr gelegen; das stelle aber innerhalb der Branche einen respektablen Wert dar. Zudem habe Claas die Marktposition in wichtigen Märkten halten oder sogar ausbauen können.

Nach sehr guter Umsatzentwicklung zu Beginn des abgelaufenen Geschäftsjahres seien besonders die osteuropäischen Märkte massiv eingebrochen. Zuwächse in der Landtechnik in Deutschland und anderen Märkten seien durch diese Rückgänge überkompensiert worden. In dem für Claas bedeutendsten Landtechnikmarkt Westeuropa seien die Umsätze entgegen dem Markttrend mit fast zwei Milliarden Euro auf hohem Niveau geblieben, in Zentraleuropa aber in fast allen Regionen unter den Vorjahreswerten.

Umsatzrückgänge in der Russischen Föderation besonders ausgeprägt

Besonders betroffen von den Umsatzrückgängen in Osteuropa sei die Russische Föderation gewesen, deren Nachfrage nach westlicher Landtechnik sehr deutlich abgenommen habe. Im außereuropäischen Ausland habe sich der Landtechnikumsatz insgesamt reduziert,  mit unterschiedlicher Entwicklung in den einzelnen Regionen: Während in den zentralasiatischen Ländern Einbußen zu verzeichnen gewesen seien, habe der Umsatz in den USA noch deutlich zugenommen.

Das Segment Fertigungstechnik habe im Berichtsjahr einen deutlichen Umsatzrückgang um 17,9 Prozent auf 132,4 Millionen Euro verzeichnet. Die Claas Fertigungstechnik sei Lieferant der internationalen Luftfahrt- und Automobilindustrie. Beide Branchen befänden sich gegenwärtig in tief greifenden Umbruchphasen und seien von Unsicherheiten geprägt. Die Claas Industrietechnik, Systemlieferant für Antriebstechnik, Hydraulik und Elektronik, habe sich ebenfalls den schwierigen Rahmenbedingungen nicht entziehen  können und einen Umsatzrückgang um 11,2 Millionen Euro auf 31,6 Millionen Euro verzeichnet.

Ausgaben für F&E nochmals erhöht

Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung (F&E) hätten sich im Geschäftsjahr 2009 um 11,0 Millionen Euro auf insgesamt 124,8 Millionen Euro erhöht. Damit sei der Anteil der F&E-Kosten am Umsatz auf 4,3 Prozent gestiegen (Vorjahr: 3,5 Prozent). Die nochmalige Aufstockung der Entwicklungsaufwendungen unterstreiche den hohen Stellenwert zukunftsorientierter Ausgaben in der Claas Gruppe auch in wirtschaftlich anspruchsvollen Zeiten.

Schwerpunkte der F&E Aktivitäten 2009 seien unter anderem die Erweiterung des Traktorenprogramms mit dem für Europa geeigneten 4 x 4 Großtraktor XERION 5000 / 4500 für das Profisegment (bis 524 PS) gewesen. Zahlreiche weitereNeuerungen aus allen Bereichen belegten darüber hinaus die hohe Innovationskraft des Unternehmens.

Mehr Mitarbeiter, doch Personalaufwand weitgehend stabil

Zum Stichtag 30.09.2009 habe die Claas Gruppe 9.467 Mitarbeiter gezählt (Vorjahr: 9.100), über 40 Prozent davon außerhalb Deutschlands. Trotz gestiegener Mitarbeiterzahl habe der Personalaufwand auf dem Niveau des Vorjahrs gehalten werden können. Wesentliche Gründe hierfür seien der Kapazitätsaufbau in Wachstumsmärkten, verstärkte Investitionen in Ausbildung, die Wirkung variabler Vergütungssysteme sowie die Nutzung von Kurzarbeit. Die Personalpolitik bei Claas bleibe auch unter konjunkturell schwierigen Rahmenbedingungen weiterhin auf Kontinuität und Zukunftssicherung ausgerichtet.

Im schwierigen Marktumfeld des Geschäftsjahres 2009 habe der Claas Konzern ein Ergebnis vor Ertragsteuern von 112,3 Millionen Euro erzielt (-54,7 Prozent). Damit sei eine Umsatzrentabilität von 3,9 Prozent erreicht worden (Vorjahr: 7,7 Porzent). Der Ergebnisrückgang sei maßgeblich von der Landtechnik geprägt. Erschwerte Finanzierungsbedingungen sowie das allgemein unsichere Investitionsklima infolge der Finanzkrise hätten diese Industrie im abgelaufenen Jahr zunehmend beeinflusst.

Liquidität liegt unter dem Vorjahresniveau

Die Cash Earnings hätten zum Bilanzstichtag 156,9 Millionen Euro betragen (Vorjahr: 285,9 Millionen Euro). Der Rückgang um 129,0 Millionen Euro resultiere im Wesentlichen aus der verschlechterten Ergebnissituation. Die Liquiditätsposition, die sich aus den liquiden Mitteln und den Wertpapieren des Kurzfristvermögens zusammensetze, sei im Geschäftsjahr 2009 - vor allem auf Grund der hohen Mittelbindung im Working Capital  - auf 677,2 Millionen Euro zurückgegangen. Damit liege die Liquidität zwar unter dem sehr guten Vorjahreswert von 716,2 Millionen Euro, doch weiterhin auf einem hohen Niveau.

Das Eigenkapital habe ergebnisbedingt auf 775,5 Millionen Euro erhöht werden können. Durch den im Verhältnis zur Bilanzsumme unterproportionalen Anstieg des Jahresüberschusses sei die Eigenkapitalquote im Berichtszeitraum leicht zurückgegangen und liege bei nach wie vor stabilen 35,1 Prozent.

Ausblick

Nach Einschätzung des Verbandes der Maschinen- und Anlagenbauer ist im Bereich Landtechnik mit einem weiteren Marktrückgang von mindestens zehn Prozent zu rechnen. Dennoch seien erste Anzeichen der Stabilisierung zu erkennen. Das gelte für Rohstoffpreise ebenso wie für die Entwicklung des Zinsniveaus und der Wechselkurse. Die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen seien von der noch immer andauernden Finanzmarktkrise geprägt. Auf diese Situation stelle sich Claas mit einer eher zurückhaltenden Produktions- und Absatzplanung ein.

Den möglichen negativen Tendenzen begegne das Unternehmen zudem mit einem umfassenden Kostensenkungs- und Effizienzsteigerungsprogramm. Im Rahmen dieses Projekts "Fitness 2010" würden alle Geschäftsprozesse und operativen Kostenbereiche auf den Prüfstand gestellt. Die langfristig positiven Trends für die Landtechnik hätten nach wie vor Bestand: Bevölkerungswachstum und steigende Ernährungsansprüche der Weltbevölkerung, Verknappung des Faktors Boden und die zunehmende Nutzung der Äcker für nachwachsende Rohstoffe würden sich langfristig positiv auf die Nachfrage nach modernster Landtechnik auswirken. (pd)


Lesen Sie hierzu auch

Der schnellste Mähdrescher aller Zeiten

Claas will Standort Krasnodar erweitern

Bei der Ernte wildtierfreundliche Techniken nutzen

Artikel
Artikel drucken
Artikel versenden
Artikel kommentieren
Leserbrief schreiben
Artikel druckenArtikel versendenArtikel kommentierenLeserbrief schreiben
Kommentare

Sie können diesen Artikel kommentieren und mit agrarheute.com-Lesern und der Redaktion über das Thema diskutieren. Zum Kommentieren bitte hier klicken..

Anzeige
Meist gelesen
Bild des Tages
Aktuellstes Video


Stoerer Meteogramm
Wetter

Nord

11°C
17°C
heute
8°C
17°C
morgen
8°C
15°C
Über-
morgen

Süd

0°C
18°C
heute
11°C
18°C
morgen
12°C
17°C
Über-
morgen

Angaben ohne Gewähr

Suche
Beliebte Suchworte
Community Landwirtschaft
landlive.de/landwirtschaft bringt von Usern für User Schauen Sie rein!
Beim dlv erscheinen folgende landwirtschaftliche Fachpublikationen:
dlz agrarmagazin Bayrisches Landwirtschaftliches WochenblattNeue Landwirtschaft Land & Forstjoule Gemuese Agrar Technik Braunvieh