Politik und Wirtschaft
15.12.2009
Klimagipfel - neunter Tag

Umweltminister beraten die Nacht durch

Kopenhagen - Beim UN-Klimagipfel haben die Umweltminister am Dienstag ihre informellen Beratungen fortgesetzt. Am Rande des UN-Klimagipfels ist es am späten Montagabend in Kopenhagen zu Ausschreitungen gekommen.

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(Foto: Gail-Johnson/Fotolia)

Einige Umweltminister hätten die ganze Nacht durchverhandelt, hieß es bei der Weltklimakonferenz in Kopenhagen.

Deutschlands Umweltminister Norbert Röttgen war für die Diskussionen über die Klimaziele der Industrieländer am Vormittag als Co-Vorsitzender eingeteilt. Auf der Agenda einer weiteren informellen Arbeitsgruppe stand die Finanzierung von Klimamaßnahmen in den Entwicklungsländern, ein besonders umstrittenes Thema. Am späten Nachmittag sollten die formellen Beratungen der Umweltminister feierlich eröffnet werden.

Großbritanniens Premierminister Gordon Brown wurde am Abend erwartet, zwei Tage vor der Anreise der übrigen EU-Staats- und Regierungschefs. Am Rande des Klimagipfels wurden unter anderem Großbritanniens Thronfolger Prinz Charles und Friedensnobelpreisträger Al Gore erwartet.

Ausschreitungen: Polizei nimmt knapp 200 Randalierer fest

Klimagipfel: Die Welt hofft auf Kopenhagen


Am Rande des UN-Klimagipfels ist es in der Nacht zum Dienstag in Kopenhagen zu Ausschreitungen gekommen. Die dänische Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein. Beamte nahmen auf dem Gelände des sogenannten "Freistaates Christiania" knapp 200 Menschen fest. Mehrere Gruppen hatten zuvor Barrikaden errichtet, Feuer entzündet und Brandsätze gegen die Polizei geworfen. Christiania ist ein seit den 70er Jahren besetzt gehaltenes Kasernengelände in unmittelbarer Nähe des Kopenhagener Stadtzentrums.

Am Mittwoch steht den wegen ihres harten Einsatzes vielfach kritisierten dänischen Sicherheitskräften eine neue Kraftprobe bevor: Militante Gruppen haben angekündigt, entgegen aller Verbote den Tagungsort des Gipfels stürmen zu wollen.

Röttgen: USA und China müssen weitere Zusagen leisten

Bundesumweltminister Norbert Röttgen forderte dabei vor allem die USA und China auf, mit weitergehenden Zusagen als bisher zum Erfolg des Klimagipfels beizutragen. Beide Länder allein stehen für 40 Prozent der CO2- Emissionen. Unterdessen läuft den Gipfelteilnehmern die Zeit davon. "Zeit ist jetzt unser schlimmster Feind", hieß es am Montagabend aus Kreisen der Gipfelorganisatoren. Der britische Premierminister Gordon Brown, der heute in Kopenhagen erwartet wird, warnte angesichts des Konflikts vor einer Spaltung der Staatengemeinschaft.

"Die Uhr tickt, wir haben nicht viel Zeit", warnte auch US-Delegationsleiter Todd Stern. Er erwartete, dass die ab Mitte der Woche erwartete Ankunft von über 100 Staats- und Regierungschefs in Kopenhagen einen positiven Druck auf die Umweltminister und Delegationen ausüben werde.

Welternährungsprogramm: Niebel sagt Zuschlag zu

Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) hat dem UN-Welternährungsprogramm einen Zuschlag von 3,8 Millionen Euro zugesagt. Mit dem Geld soll Menschen, die in Krisen- und Notsituationen an Hunger leiden, schnell geholfen werden. Die Zusagen an das Welternährungsprogramm für 2009 stiegen damit auf insgesamt über 92 Millionen Euro, teilte das Ministerium am Montag in Berlin mit. Die Hilfe komme vor allem jenen Ländern zugute, die auch in diesem Jahr besonders von den Auswirkungen gestiegener Nahrungsmittelpreise betroffen sind.

Freitag: 115 Staats- und Regierungschefs erwartet

In Kopenhagen wollen sich Vertreter von 192 Ländern bis diesen Freitag auf die Eckpfeiler eines neuen Weltklimaabkommens einigen, das am 1. Januar 2013 das Kyoto-Protokoll ablösen soll. Für den Freitag werden mindestens 115 Staats- und Regierungschefs erwartet. Der Ablauf des knapp zweiwöchigen Mammut-Treffens mit gut 45.000 angemeldeten Besuchern wird von massiven organisatorischen Problemen erschwert. (dpa/pd)

 


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