28.07.2010
Preisentwicklung bei Butter, Käse und Milchdauerwaren
Milchanlieferung sank in Ostdeutschland am stärksten
Kempten/Hannover - Die Milchanlieferung ist witterungsbedingt in der 28. Woche erneut gesunken. Im Vergleich zur Vorwoche wurden nochmals 2,4 % weniger angeliefert. In Ostdeutschland waren die Rückgänge überdurchschnittlich.

(Foto: Landesvereinigung der Bayerischen Milchwirtschaft)
Die Vorjahreslinie sei lediglich um 0,7 %
übertroffen worden, meldet die Süddeutsche Butter- und Käsebörse in Kempten (ZMB). In Frankreich hat sich der Vorsprung im Vergleich zum Vorjahr auf ein Plus von 0,9 % ebenfalls
deutlich verringert.
Das rückläufige Rohstoffaufkommen hat sich auf die Rohstoffmärkte ausgewirkt. Besonders die Preise für
Rohmilch haben bei höherem Bedarf in Südeuropa angezogen. Auch bei Magermilchkonzentrat waren
Steigerungen festzustellen. Etwas nachgegeben hat hingegen Industriesahne.
Butter:
Preise bleiben stabil
Auf dem Buttermarkt herrscht derzeit sommerliche Ruhe. Sowohl die
amtlichen Preisnotierungen der Butter- und Käsebörse als auch die Notierungskommissionen für Butter und Käse in
Hannover melden nach wie vor unveränderte Preise. Geformte Markenbutter kostet im
Süden zwischen 3,84 und 3,90 Euro pro Kilo. Die Börse Hannover meldet
Preise zwischen 3,85 und 3,90 Euro je Kilo.
Käse:
Schnittkäse wird im In- und Ausland sehr gut nachgefragt
Laut Bericht der Süddeutschen Butter- und Käse-Börse ist die Nachfrage
nach Allgäuer Emmentaler in dieser Woche normal, wohingegen der
gewöhnliche Emmentaler gut nachgefragt wird. Der Preis für zwei bis
sechs Kilo-Stücke liegt zwischen 3,70 und 4,30 Euro je Kilo. Der Handel
von Weichkäse läuft ruhig. Schnittkäse ist aufgrund der sehr guten Nachfrage im In- und Ausland auch zu festeren Preisen
gut absetzbar. Aktuell liegt der Preis für Gouda in Kempten zwischen
3,30 und 3,50 Euro je Kilo, in Hannover zwischen 3,05 und 3,15 Euro je
Kilo.
Milchdauerwaren:
Angebot ist rückläufig
Der Markt für Magermilchpulver befindet sich im ferienbedingten Ruhe-Zustand. Viele Einkäufer sind in
den Sommerferien, so dass derzeit nur wenig Aktivitäten zu beobachten sind. Gleichzeitig ist das
Angebot rückläufig, da in den letzten Wochen bei der stärker rückläufigen Milchaufkommen und höherem
Zukaufsbedarf an Rohmilch in Europa weniger Milch und Magermilch zur Trocknung zur Verfügung stand.
Am Weltmarkt geben sich die Käufer weiter abwartend, wohl in der Hoffnung auf ein steigendes Angebot. Der
Dollar hat sich in den letzten Wochen bei ohnehin etwas schwächeren Preisen am Weltmarkt zu Ungunsten
der Anbieter aus der EU entwickelt. Die Preise für Magermilchpulver in Lebensmittelqualität liegen zwischen 2.180 und
2.380 Euro je Tonne.
Der Markt für Futtermittelware ist weiter sehr ruhig. Nachgelassen hat
das Interesse an Ware aus der Intervention. Bei der Ausschreibung vom 22. Juli 2010 gingen lediglich noch
für 500 t Gebote ein, die sich in einer Preisspanne von 196 bis 198 EUR/100 kg bewegten. Es wurden wie bei
den vorherigen Ausschreibungen keine Zuschläge erteilt. Die Preise am Markt bewegen sich, soweit
Abschlüsse zu Stande kommen, auf dem Niveau der Vorwochen, das heißt zwischen 1.980 und 2.020 Euro je Tonne.
Bei Vollmilchpulver wird der Marktverlauf ebenfalls als ruhig beschrieben. Am Weltmarkt nimmt das Angebot
aus Südamerika und Ozeanien zu, die Preise liegen unverändert zwischen 2.800 und 2.900 Euro je Tonne.
Die Preise für Molkenpulver in Futtermittelqualität haben sich nach dem deutlichen Preisrückgang in den
Vorwochen zuletzt wieder etwas gefestigt, sie liegen bei 580. Lebensmittelware tendiert stabil bei 660. (ZMB)
Lesen Sie hierzu auch
Artikel
Artikel drucken
Artikel versenden
Artikel kommentieren
Leserbrief schreiben