29.07.2010
Beerenproben
DBV und Amt widersprechen Greenpeace: Beeren unschädlich
Braunschweig - Anders als von Greenpeace behauptet, sind deutsche Johannisbeeren nach Darstellung des Bundesverbraucheramtes nicht gesundheitsschädlich.

(Foto: Carolin Schwärzle/aboutpixel)
In den von der Umweltschutzorganisation untersuchten Beerenproben seien keine Chemikalienrückstände gefunden worden, die über dem gesetzlich zulässigen Höchstgehalt liegen, teilte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) in Braunschweig am Mittwoch mit.
Waren lebensmittelrechtlich nicht zu beanstanden
Die Waren seien lebensmittelrechtlich daher nicht zu beanstanden. Sie stellten für Verbraucher auch kein Gesundheitsrisiko dar. Greenpeace dagegen hielt am Mittwoch an seinen Testergebnissen fest und bezeichnete die Aussagen des Bundesamtes als falsch.
BVL: Wirkstoffe haben - entgegen Greenpeace-Darstellung - EU-Zulassung
Das BVL erklärte, auch die Greenpeace-Aussage, dass "erneut Pestizide ohne EU-Zulassung aufgetaucht" seien, sei nicht korrekt. Die in den Proben nachgewiesenen 21 Wirkstoffe seien zulässig. Zudem sei die Darstellung, Johannisbeeren aus deutscher Produktion "beinhalteten die illegalen Agrargifte Dodin und Difenoconazol" fraglich. Die für diverse andere Obstkulturen zugelassenen Substanzen seien in den Beeren-Proben in so niedriger Konzentration gemessen worden, dass die Rückstände auch durch eine sogenannte Abdrift aus benachbarten Kulturen stammen könnten.
DBV: Keine einzige Überschreitung der Höchstmengen
Der Bauernverband hält die Warnungen der Umweltschutzorganisation Greenpeace vor Gesundheitsgefahren durch Pestizide in Johannisbeeren für überzogen. "Die aktuelle Stichprobenuntersuchung von Greenpeace bei Beerenobst stellt fest, dass es keine einzige Überschreitung der Höchstmengen gibt", teilte der DBV mit. Von Pflanzenschutzmitteln in deutschen Lebensmitteln gehe keine Gefahr für die Verbraucher aus. Die Vorteile der Freiheit von Pilzbefall dürften nicht vergessen werden. Der Bauernverband verwies darauf, dass die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) für 2009 mehr Lebensmittel registrierte, die frei von Rückständen waren. Allerdings waren in 2,4 Prozent der Proben aus der EU und 7,6 Prozent der Proben von außerhalb der EU Pestizidrückstände oberhalb der Grenzwerte.
Greenpeace hält an Behauptung fest
Greenpeace teilte als Reaktion auf die Aussagen des Bundesverbraucheramtes am Mittwoch erneut mit, "Pestizid-Cocktails" auf Strauchbeeren könnten gesundheitsgefährdend sein. Die Umweltschutzorganisation hatte am Montag erklärt, dass einige der nachgewiesenen Substanzen in den Beerenproben aus vier deutschen Lebensmittelketten nervenschädlich oder krebserregend seien sowie den Hormonhaushalt und die Fortpflanzung beeinträchtigen könnten. Bio-Produkte seien im Test rückstandsfrei gewesen. (dpa/pd)
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