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[ » LAND & Forst » Content » Agrarpolitik » Absatzbelebung statt Quotenkürzung ]
Donnerstag, 17.05.2012
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Agrarpolitik | 06.10.2009

Absatzbelebung statt Quotenkürzung

„Noch ein Jahr 20 Cent halten wir nicht durch". Milchviehhalter Fred Arkenberg fehlen Monat für Monat 3.000 Euro. Mit Landvolkvize- präsident Heinz Korte forderte er jetzt vor der Presse schnell wirkende Hilfsmaßnahmen auf europäischer Ebene, um den Milchmarkt wieder in Schwung zu bringen. „Es ist ein europäisches Problem, es muss auch europaweit angepackt werden", sagte Korte.

 
Nordmilchsprecher Hermann Cordes, Landwirt Fred Arkenberg und Landvolk-Vizepräsindent Heinz Korte (v.r.n.l.) setzen sich für ein gemeinsames Ziel ein: Einen höheren Milchpreis.
Foto: Marheineke
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Nordmilchsprecher Hermann Cordes, Landwirt Fred Arkenberg und Landvolk-Vizepräsindent Heinz Korte (v.r.n.l.) setzen sich für ein gemeinsames Ziel ein: Einen höheren Milchpreis. Foto: Marheineke
Als „unvorstellbar" bezeichnete Fred Arkenberg, der in Wunstorf-Kolenfeld in der Region Hannover 95 Kühe mit Nachzucht hält, den derzeitigen Auszahlungspreis von 20 ct/kg. In seinen kühnsten betriebswirtschaftlichen Vorstellungen waren 26 ct/kg immer die unterste Auffanglinie gewesen. Freimütig bekennt er, ohne Liquiditätshilfe und Privatkredit gehe es zurzeit nicht, zumal die Getreidepreise als zweites Standbein des Betriebes derzeit ebenfalls „miserabel" seien.
 
Wie ihm geht es vielen der 14.000 Milchbauern in Niedersachsen. Heinz Korte, selbst Milchviehhalter im Landkreis Rotenburg und Vorsitzender im Milchausschuss des Landvolkes Niedersachsen, sieht den Grund für die Krise im Nachfrageeinbruch. „Die Wirtschaftskrise, Exporteinbrüche und andere Rezepturen bei den Verarbeitern haben den Milchmarkt unter Druck gesetzt", analysiert er. Daher könne das Problem auch nicht über eine Kürzung der Menge gelöst werden, vielmehr sieht er eine Absatzförderung als sinnvoll an.
 
Die Kommission habe sich für krisenhafte Marktsituationen auch bei liberalisierten Märkten Hilfemaßnahmen vorbehalten. Für Korte zählen dazu an erster Stelle schnell wirksame Maßnahmen zur Stabilisierung des Milchmarktes und zur Belebung des Absatzes sowie eine verlässliche Milchpolitik über das Jahr 2014/15 hinaus. Ganz entschieden verwahrte sich Korte gegen „nationale Alleingänge". Einseitige nationale Kürzungen der Quote beispielsweise würden die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Milcherzeuger und auch der Molkereiwirtschaft nachhaltig gefährden. Gerade mit Blick auf erste Anzeichen zur Entspannung des Marktes wertete Korte nationale Quotenkürzungen als „fatal" und „Irrlicht" gegenüber allen bisher getroffenen Beschlüssen zum Auslaufen der Quotenregelung im Jahr 2014/15. Damit würden allein die Quotenpreise erneut in die Höhe getrieben, die Milcherzeuger zusätzlich mit Kosten belastet.
 
Nur als „Kosmetik" bewertet auch Hermann Cordes für die Nordmilch eine nationale Kürzung der Quoten, wie sie der BDM fordert. Annähernd 60 Prozent ihres Umsatzes erziele die Nordmilch nicht auf dem deutschen Markt. Er prognostizierte anziehende Produktpreise, Aldi hat bereits steigende Butterpreise angekündigt. Aber auch auf 28 ct/kg, bedauerte Cordes, werde der Auszahlungspreis noch nicht steigen können, wenngleich die Nordmilch das „größte Interesse" an steigenden Milchpreisen habe. Das Jahr 2009 werde den Milchbauern leider als Krisenjahr in Erinnerung bleiben.
 
 
Lesen Sie hierzu auch
  • Milchproduktion FAO: Welthandel mit Milchprodukten wächst
  • Milchproduktion Milchmarkt: Wettbewerbsdruck und Preisvolatilität
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Keywords Milchkrise | Milchmarkt | Milchpreise | Milchsektor
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