Berlin - 2011 wurden insgesamt weltweit drei Prozent oder 45 Millionen Hektar Ackerfläche für den Anbau von Energiepflanzen wie Getreide, Ölpflanzen, Zuckerrohr/Zuckerrüben genutzt.
Drei Prozent der weltweiten Ackerfläche wird für die Produktion von Energiepflanzen genutzt.
© Mühlhausen/landpixel
Das geht aus Schätzungen des Deutschen Bauernverbandes (DBV) hervor. Zudem wird ein hoher Anteil pflanzlicher Nebenprodukte (Getreide: circa 40 Prozent Schlempe, Raps: circa 60 Prozent Schrot), die während der Biokraftstofferzeugung entstehen, als Futtermittel verwendet, wodurch die Netto-Inanspruchnahme von Flächen für Energiezwecke deutlich kleiner ausfalle, erklärte der DBV.
Prognosen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und
Entwicklung (OECD) und der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation
(FAO) über die Erzeugung von Bioethanol und Biodiesel für das Jahr 2020
weisen eine weltweite Flächeninanspruchnahme von 60 bis 70 Millionen
Hektar aus. Der Grund dafür liege in einer vermehrten Verwendung von
Pflanzenölen, Zucker und anderen Biomassestoffen. Nicht Getreide,
sondern Pflanzenöle und Zucker wären demnach die Wachstumsträger auf den
Biokraftstoffmärkten.
Nach ersten Berechnungen des
DBV entfielen von der globalen
Biokraftstofferzeugung (Bioethanol und Biodiesel) des vergangenen Jahres
42 Prozent (%) auf die USA und 24 % auf Brasilien. In der EU lag der Anteil bei 14 %
und in China bei sieben Prozent.
Weltgetreideverbrauch: Sieben Prozent für Biokraftstoffe
Vom Weltgetreideverbrauch wurden 2011 laut DBV
rund 150 Millionen Tonnen oder knapp sieben Prozent für Biokraftstoffe genutzt. Vom globalen
Pflanzenölvorkommen würden derzeit etwa zehn Prozent (EU 35%) in der
Biodieselherstellung verwendet. Bei Zucker dienten knapp 30 % der
Welterzeugung der Ethanolherstellung, wobei es sich zu 98 % um Rohrzucker
handle.
Nahrungsmittel- und Energie-Märkte hängen eng zusammen, schlussfolgerte
der DBV. Der Ausbau der Bioenergie beziehungsweise der nachwachsenden
Rohstoffe biete den Landwirten alternative Vermarktungschancen.
Die
Preise am Energiemarkt bildeten letztlich die Preisuntergrenze für
landwirtschaftliche Produkte. Bewegten sich jedoch die
Lebensmittelpreise - wie zurzeit - oberhalb des energetischen Wertes der
Produkte, geht die wirtschaftliche Attraktivität der bioenergetischen
Verwertung zurück. Auch die Bioenergieerzeugung sei empfindlich
gegenüber volatilen Rohstoffpreisen.