Donnerstag, 17.05.2012
AGCO sieht Wachstumschancen in Afrika
Berlin - Das Bevölkerungswachstum, die steigende Lebensmittelnachfrage, veränderte Essgewohnheiten und der weltweit steigende Energiebedarf werden auch künftig für langfristig stabile Eckdaten in der Landwirtschaft sorgen. AGCO erörterte auf der Konzernpresseferenz auf der Grünen Woche in Berlin die Trends und Wachstumschancen des Konzerns in Schwellenländern.
Fendt ist im AGCO Konzern der Technologieführer unter den Traktorenmarken.
© Fendt
In den letzten Jahren hat sich der AGCO Konzern zunehmend auf die Unternehmensentwicklung in Schwellenländern konzentriert. So sind es mittlerweile auch vier AGCO-Fertigungsstätten, die in China in Betrieb sind. Neben Traktoren sind es Erntemaschinen und Motoren, die im Reich der Mitte bislang produziert werden. Hubertus Mühlhäuser, Senior Vice President von AGCO und General Manager für die Region Europa, Nahost und Afrika betonte auf der Pressekonferenz in Berlin die Wichtigkeit dieser Standorte und deutete weitere Investitionen vor allem in das Werk Yanzhou Dafeng Site an. Bei den Mähdreschern, die die Werke verlassen sind es bislang zumeist Maschinen der unteren Leistungsklassen, die derzeit am Besten in diese Entwicklungsmärkte passen, erläuterte Hubertus Mühlhäuser in seiner Präsentation.
Treibende Kraft ist die Mechanisierung
Traktoren pro 1.000 Hektar. Großes Wachstum in Russland.
© AGCO
Treibende Kraft für die zunehmende Entwicklung der Schwellenländer ist die fortschreitende Mechanisierung. Die Länder verfügen zwar über riesige Flächen von Ackerland, die aber immer noch mit ineffizienten und veralteten Traktoren und Landmaschinen bearbeitet werden, schilderte Hubertus Mühlhäuser auf der Pressekonferenz in Berlin. Statistiken zur Folge sind es in den großen Agrarländern wie beispielsweise Kanada in etwa 1.800 Traktoren, die pro 1.000 Farmer eingesetzt werden. Im Mittelfeld befindet sich Deutschland mit im Durchschnitt mehr als 1.000 Traktoren pro 1.000 Landwirte. In Ländern wie Afrika und China sind es weniger als 5 Traktoren pro 1.000 Farmer, die für die Arbeitsbewältigung zur Verfügung stehen.
"Professionelle Landmaschinen sind eine wesentliche Voraussetzung, wenn es darum geht, die Ernteerträge in den kommenden Jahren zu steigern. Die Schlüsselrolle bei der Produktivitätssteigerung wird dabei der Technologie zufallen. Aus diesem Grund sehen wir beträchtliche Chancen für unsere Traktoren und Landmaschinen, die dazu beitragen können, höhere Ernteerträge in Regionen wie Osteuropa, Brasilien, Russland, China und Afrika zu erzielen", erklärte Hubertus Mühlhäuser.
AGCO sieht Wachstumschancen für Afrika
Das McKinsey Global Institute geht in einer Erhebung davon aus, dass weltweit rund 970 Millionen Hektar Ackerland ungenutzt sind. 590 Millionen Hektar sind es davon alleine auf dem afrikanischen Kontinent. Prozentual entspricht dies in etwa 86 Prozent die brach liegen. Ein großes Problem ist der Mangel an Infrastruktur, Mechanisierung und Technik sowie an Ausbildung. AGCO plant die Entwicklung von Musterfarmen und Ausbildungszentren in Sambia, Äthiopien, Marokko, Libyen, Algerien und Südafrika zu finanzenzieren, um so Landwirte und Vertriebshändler vor Ort in der neuen Landtechnik ausbilden zu können. Vier Modellfarmen mit jeweils einigen hundert Hektar Ackerland befinden sich bereits im Aufbau und sollen bis 2013 jährlich 10.000 Menschen schulen. Hubertus Mühlhäuser betonte in diesem Zusammenhang dass: “Die Lösung für die Landwirtschaft Afrikas besteht darin, einen systematischen Ansatz zu entwickeln, damit eine strategische Partnerschaft zur Produktion von Lebensmitteln entstehen kann, um die wachsende Bevölkerung umweltfreundlich und in wirtschaftlich und sozial verantwortlicher Weise zu ernähren.
Dank mehr als 50 Jahren Erfahrung in Afrika durch die Traktorenmarke Massey Ferguson kann AGCO sich in seinen Bemühungen, die Arbeitsmethoden in der Landwirtschaft zu verbessern bereits auf Allianzen mit Regierungen, ausländischen Investoren und Spendern stützen. AGCO beabsichtigt in etwa 100 Millionen USD für die Umsetzung seiner Strategie in Afrika zu investieren, die neben der Ausbildung auch den Vertrieb und die Ersatzteilversorgung beabsichtigt weiter auszubauen.
270 Millionen Dollar pro Jahr fließen bei AGCO in Entwicklungsarbeit
tg/pd
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