Kulumsa - Äthiopische Fachkräftige sollen künftig in modernen landwirtschaftlichen Produktionsverfahren geschult werden. Staatssekretär Peter Bleser hat den Grundstein für ein Bildungszentrum gelegt.
Verladen von Getreide in einen Anhänger mit Getreidetanks in Südafrika.
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Das Bundeslandwirtschaftsministerium will die Agrarausbildung in Äthiopien. Im Rahmen einer Afrika-Reise hat der Parlamentarische Staatssekretär bei der Bundeslandwirtschaftsministerin, Peter Bleser, den Grundstein für ein neues Agrarausbildungszentrum in Äthiopien gelegt.
Das neue Ausbildungszentrum wird etwa 200 Kilometer südöstlich von Addis Abeba eingerichtet. Mehr als zwei Millionen Euro stehen zur Verfügung, um äthiopische Fachkräfte in modernen landwirtschaftlichen Produktionsverfahren, der Maschinenanwendung und in der Unternehmensführung zu schulen.
Zielgruppe des Projekts sind Landwirte sowie das Personal von Forschungs- und Ausbildungseinrichtungen. Das Projekt wird gemeinsam mit deutschen Unternehmen durchgeführt, die einen Teil der Projektkosten tragen sowie Maschinen, Saatgut und Pflanzenschutzmittel zur Verfügung stellen.
"Landwirtschaft und ländliche Entwicklung in den Entwicklungsländern
wurden in den beiden vergangenen Jahrzehnten bei der Entwicklungspolitik
vernachlässigt. Wir rücken beides wieder stärker in den Fokus des
deutschen Engagements", sagte
Bleser am Mittwoch in Kulumsa (Äthopien).
Derzeit leiste die Bundesregierung zusammen mit vielen anderen Nationen
Nothilfe, um die katastrophale Versorgungslage und den Hunger der
Menschen mildern zu helfen. "Das ist das Gebot der Stunde. Mittel- und
langfristig muss es jedoch darum gehen, die Ursachen solcher
Katastrophen zu bekämpfen", so Bleser.
Landwirtschaftliches Know-How vermitteln
Dazu gehöre auch die zum Teil
schlechte Entwicklung der Landwirtschaft in den Krisenregionen.
"Die Probleme der Ernährungssicherung in Afrika lassen sich langfristig
nur durch eine Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion lösen.
Hierzu müssen die Regierungen der Industrieländer und Afrikas künftig
auf Augenhöhe eng und partnerschaftlich kooperieren. Ein Schlüssel liegt
in der Vermittlung von modernen und nachhaltigen Produktionsverfahren
und dem Transfer von landwirtschaftlichem Knowhow", sagte Bleser.
Investitionen in Beratung, Ausbildung sowie Agrarforschung seien dabei
genauso wichtig wie das Recht auf eigenes Land.
Weitere Saatgut- und Pflanzenzüchtungsprojekte angekündigt
Bleser kündigte bei seinem Besuch weitere Projekte in der Region an. So
soll die äthiopische Landwirtschaft im Saatgutbereich und insbesondere
in der Pflanzenzüchtung unterstützt werden. Hierzu werden seitens des
BMELV kurzfristig Mittel bereit gestellt, um die bäuerliche
Saatgutproduktion noch in diesem Jahr zu unterstützen. Mittelfristig
soll zudem die Entwicklung trockentoleranter Pflanzensorten gefördert
werden. Dazu wird rund eine weitere Million Euro bereit gestellt. "Im
engen Schulterschluss mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche
Zusammenarbeit wollen wir landwirtschaftliches Fachwissen stärker in die
Entwicklungszusammenarbeit einbringen", sagte Bleser.
Bleser wird neben Mitgliedern des Deutschen Bundestages,
Vertretern von Nichtregierungsorganisationen und einer
Wirtschaftsdelegation von agrarheute.com-Redakteur Hermann Krauß begleitet. Auf agrarheute.com sehen Sie in Kürze ein Video von der Reise.