Donnerstag, 17.05.2012
Deutschlands landwirtschaftlich genutzte Fläche drittgrößte in der EU
Wiesbaden - Deutschland gehört neben Frankreich, Italien und Spanien zu den vier größten Agrarproduzenten in der Europäischen Union (EU).
Die deutsche Landwirtschaft konnte ihren Umsatz im ablaufenden Jahr nochmals steigern.
© Andreas Hermsdorf/pixelio.de
Diese vier Länder tragen schon seit Jahren zusammengenommen zu mehr als der Hälfte der gesamten Bruttowertschöpfung der europäischen Landwirtschaft bei. Mit 16,7 Millionen Hektar verfügte Deutschland im Jahr 2010 zudem über die drittgrößte landwirtschaftlich genutzte Fläche in der EU.
Dabei sind die Produktionsbedingungen der 299 000 landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland sehr vielfältig und von zahlreichen Kontrasten zwischen den Regionen gekennzeichnet.
Die Haltung von Rindern bildet in den Voralpen und Mittelgebirgslagen, aber auch im Norddeutschen Tiefland den Produktionsschwerpunkt der meisten Landwirte. Der
Ackerbau ist dagegen für knapp drei Viertel der Betriebe in den fruchtbaren Bördegebieten zwischen Hildesheim und Magdeburg der dominierende Betriebszweig. Entlang des Rheins und seiner Nebenflüsse hat sich der Weinbau als Produktionsschwerpunkt etabliert.
Diese und weitere Regionalergebnisse der Landwirtschaftszählung 2010 haben das Statistische Bundesamt (Destatis), das Statistische Landesamt Baden-Württemberg und das Statistische Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein heute auf einer Pressekonferenz zum Thema "Agrarstrukturen in Deutschland - Einheit in Vielfalt" anlässlich der Messe "Agritechnica 2011" in Hannover vorgestellt.
Ökolandwirtschaft hat in der letzten Dekade stark zugenommen
Ein wichtiger Faktor in der deutschen Agrarlandschaft ist der
Ökolandbau, der im Laufe der letzten zehn Jahre einen kontinuierlichen
Aufschwung erfahren hat. Im Jahr 2010 war bereits mehr als jeder
zwanzigste Landwirtschaftsbetrieb nach den Ökokriterien zertifiziert.
Auch hier gibt es regionale Schwerpunkte: Mehr als die Hälfte der
Ökobetriebe wirtschaftete 2010 in Bayern (5 700 Betriebe) und
Baden-Württemberg (3 000 Betriebe). Absolut gesehen war die ökologisch
bewirtschaftete Fläche in Bayern (190 600 Hektar), Brandenburg (140 300
Hektar) und Mecklenburg-Vorpommern (117 300 Hektar) am größten.
Besonders hohe Flächenanteile von 15 % und mehr wurden gebietsweise im
östlichen Brandenburg, in den Voralpen und in einzelnen
Mittelgebirgsregionen erreicht.
Energie und Fremdenverkehr ergänzen die Einkünfte der Landwirte
Um ihre Einkommensmöglichkeiten zu erweitern, sind Landwirte
zunehmend als Energiewirte tätig. Bereits 37 400 Betriebe haben das
Zukunftsfeld Erzeugung erneuerbarer Energien aus Wind, Sonne und
nachwachsenden Rohstoffen für sich entdeckt. Der Schwerpunkt für diesen
Betriebszweig liegt im Nordwesten und im Süden Deutschlands. Am
häufigsten waren Investitionen in Solartechnik, deutlich
kapitalintensiver und damit weniger häufig sind Windkraft- oder
Biogasanlagen.
In den ostdeutschen Bundesländern ergänzt fast jeder zehnte
Betrieb seine Produktionspalette mit vertraglichen Arbeiten für andere
Betriebe und Kommunen. Urlaub auf dem Bauernhof und weitere Aktivitäten
im Bereich Fremdenverkehr und Freizeit sind die häufigsten
Einkommenskombinationen von landwirtschaftlichen Betrieben in den
klassischen Urlaubsregionen in den Alpen, an der Mosel, in Ostholstein
und auf Rügen.
Regionalergebnisse stehen im Internet bereit
Weitere Regionalergebnisse zu Größe und Struktur
landwirtschaftlicher Betriebe, deren Flächenbewirtschaftung und
Viehhaltung, den Pachtentgelten und der Bewässerung als spezifischer
Maßnahme der Bodenbewirtschaftung sowie zu den Themen Arbeitskräfte und
Hofnachfolge finden sich in der Gemeinschaftsveröffentlichung der
Statistischen Ämter des Bundes und der Länder "Agrarstrukturen in
Deutschland - Einheit in Vielfalt". Diese steht auf der Internetseite
www.statistikportal.de im Bereich Veröffentlichungen unter dem
Stichwort "Landwirtschaftszählung 2010" zum Download bereit.
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