Donnerstag, 17.05.2012
Agrar- und Ernährungswirtschaft muss mehr Energie sparen
Durban - Die globale Nahrungsmittelproduktion muss ihre Abhängigkeit von fossilen Kraftstoffen verringern, wenn die Bedarfsdeckung der Weltbevölkerung sichergestellt werden soll.
Schonender Umgang mit Energiereserven in der Landwirtschaft: Auch energiesparende Landmaschinen tragen dazu bei.
© Mühlhausen/landpixel.de
Das forderte die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) vergangene Woche anlässlich der UN-Klimaschutzkonferenz in Durban/Südafrika. Es müsse gelingen, die Entwicklung der Nahrungsmittelpreise von den Ausschlägen der Erdölpreise abzukoppeln. Dazu soll die Agrar- und Ernährungswirtschaft energieeffizienter werden. Laut FAO entfallen auf den Sektor insgesamt rund 30 Prozent des Welt-Energieverbrauchs. Ferner trage die Branche mit mehr als 20 Prozent zum weltweiten Treibhausgasausstoß bei.
FAO empfiehlt Nutzung erneuerbarer Ressourcen vor Ort
Der Beigeordnete FAO-Generaldirektor Alexander Müller erklärte, die
globale Ernährungswirtschaft müsse lernen, vernünftiger mit den
Energiereserven umzugehen. Auf jeder Stufe der Wertschöpfungskette
könnten energiesparende Verfahren eingesetzt werden - oft zu keinen oder
nur geringen Zusatzkosten. Für die Landwirtschaft nannte er als
Beispiele energiesparende Landmaschinen, die Nutzung von Kompost und
Präzisionsdüngung, Bewässerungskontrolle oder effizientere
Pflanzensorten beziehungsweise Tierrassen. Auf den Stufen von
Verarbeitung und Handel sieht Müller Raum zum Energiesparen im
Transport, durch bessere Isolierung von Lagerräumen, Verringerung von
Verpackungsaufwand und Nahrungsmittelabfällen oder effizientere
Kochgeräte.
Ferner empfiehlt die FAO eine Umstellung der Energieversorgung auf
erneuerbare Ressourcen vor Ort: Solar-, Wind- und Wasserkraft, Erdwärme
und Biomasse. Als positives Beispiel werden Zuckerraffinerien angeführt,
die ihre Abfälle zur Wärme und Elektrizitätserzeugung nutzen. Daneben
verlangt die FAO, Bewohnern von Entwicklungsländern, die noch mit Holz
oder Kohle kochen und heizen, den Zugang zu einer modernen
Energieversorgung zu erleichtern. Ferner wird die Notwendigkeit zur
Vermeidung von Lebensmittelverschwendung bekräftigt.
AgE
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