Donnerstag, 17.05.2012
Aigner fordert mehr Transparenz in der Tierhaltung
Berlin - Für mehr Transparenz in der Nutztierhaltung hat sich Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner ausgesprochen. Viele Verbraucher haben eine falsche Vorstellung.
Bundesagrarministerin Ilse Aigner hebt die großen Exportchancen für deutsche Ökobauern hervor.
© Mühlhausen/Landpixel
"Die Landwirtschaft muss sich mehr öffnen und verstärkt den Kontakt zu den Verbrauchern suchen", forderte die CSU-Politikerin vergangene Woche in Berlin. Sie bezeichnete Offenheit und Transparenz als "Schlüssel zu mehr gesellschaftlicher Akzeptanz".
Anders als früher hätten viele Menschen heute kaum noch einen persönlichen Bezug zur Landwirtschaft. Besonders im Bereich der Nutztierhaltung seien die Vorstellungen und Erwartungen häufig weit entfernt von der Realität der modernen Tierhaltung. In diesem Zusammenhang kritisierte die Ministerin die Rolle der Werbewirtschaft: "Wer mit trügerischen Werbebildern eine Landwirtschaft suggeriert, die es seit 50 Jahren nicht mehr gibt, darf sich nicht wundern, wenn sich Verbraucher getäuscht fühlen."
Die Landwirtschaft sei aufgefordert, "den Zerrbildern der Werbung einen unverfälschten Blick auf die Wirklichkeit entgegenzusetzen." Die Forderung nach mehr Transparenz ist laut
Aigner nicht zuletzt ein Ergebnis des gesellschaftlichen Dialogs, den ihr Haus in den letzten Monaten im Rahmen der Erarbeitung einer "Charta für Landwirtschaft und Verbrauche" geführt habe. Die Ministerin kündigte an, sie werde die Charta bei der kommenden Internationalen Grünen Woche der Öffentlichkeit vorstellen.
"Gläserne Ställe" als Mittel, Nutztierhaltung transparent zu machen
"Ich würde mir wünschen, mehr Menschen hätten wieder einen direkten Bezug zur Produktion von Lebensmitteln", erklärte Aigner. Dies gelte besonders für die Tierhaltung. Aigner: "Unsere Landwirtschaft arbeitet mit hohen Produktionsstandards und sollte dies auch zeigen." Das Bundeslandwirtschaftsministerium starte daher erneut einen Bundeswettbewerb für "Landwirtschaftliches Bauen". Diesmal sollen den Angaben zufolge Betriebe ausgezeichnet werden, die den Verbrauchern unter dem Motto "Gläserne Ställe – Verbesserung der Akzeptanz landwirtschaftlicher Nutztierhaltung" einen Einblick in die moderne Nutztierhaltung ermöglichen.
Ziel ist es, die Kommunikation zwischen Produzent und Verbraucher zu verstärken, um gegenseitiges Vertrauen und Verständnis zu entwickeln. Für
Aigner sind gläserne Ställe "ein gutes Mittel, um die hohen Standards der modernen Haltung von Nutztieren transparent zu machen." Entscheidend sei es, vor Ort Informationen an die Verbraucher zu vermitteln, zum Beispiel mit Hilfe von Hoftagen oder auch Stallkameras. Durchgeführt wird der mit 15.000 Euro dotierte Wettbewerb vom Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL). Die detaillierten Teilnahmekriterien und Bewerbungsunterlagen können beim KTBL unter www.ktbl.de abgerufen werden. (AgE)
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