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Das sei zwar im Vergleich zum Jahr 2008, in dem das familiengeführte Unternehmen einen Umsatz von 380 Millionen Euro erzielte, ein Rückgang um rund 23 Prozent, liege aber immer noch über dem Schnitt der vergangenen fünf Jahre. "Nach dem Ausnahmejahr 2008 haben wir damit trotz der deutlich spürbaren Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise immer noch das zweithöchste Umsatzergebnis in der Unternehmensgeschichte erzielt," lautet das Fazit der Amazone-Geschäftsführer Christian Dreyer und Dr. Justus Dreyer zur aktuellen Lage.
Mit 75 Prozent habe der Auslandsanteil des Umsatzes in 2009 weiterhin deutlich über dem Branchendurchschnitt gelegen. 80 Prozent des Gesamtumsatzes seien in Westeuropa einschließlich Deutschland erzielt worden, 16 Prozent in Osteuropa und vier Prozent im Rest der Welt. Hintergrund des Umsatzrückgangs 2009 sei die Situation auf vielen Märkten Osteuropas, wo Amazone in den Jahren zuvor starke Umsatzzuwächse verzeichnen konnte, gewesen.
Ungünstige Wechelskurse und Protektionismus
Seit Anfang 2009 hätten die Wechselkurs-Veränderungen zugunsten des Euro die Importe aus dem Euroraum erheblich verteuert. Besonders in Osteuropa seien Finanzierungen für Landmaschinen aufgrund extrem hoher Zinssätze sowie der vielerorts spürbaren Kreditklemme ebenfalls nur noch eingeschränkt möglich. In einigen Ländern verstärkten zusätzliche protektionistische Maßnahmen diese Trends. Zugleich dämpften die deutlich niedrigeren Erzeugerpreise für Agrarprodukte, höhere Lagerbestände an Getreide und hohe Betriebsmittelkosten die Bereitschaft zu Neuinvestitionen.
Amazone sei von diesen Entwicklungen, wie alle anderen Hersteller auch, besonders in Russland betroffen. Dieses Land sei in den letzten Jahren zum zweitwichtigsten Exportmarkt nach Frankreich aufgestiegen. Als positiver und die Rückgänge dämpfender Faktor habe sich in Russland jedoch die Amazone-eigene Fertigung im Werk Samara ausgewirkt.
Nachfrage entwickelt sich in Richtung hochwertige Technik
Unabhängig von den Entwicklungen in Osteuropa habe sich der Umsatz in Deutschland und den anderen Ländern Westeuropas jedoch weiterhin auf dem Niveau des Vorjahres bewegt. In vielen Ländern, wie in Österreich, habe Amazone seine Marktanteile sogar ausbauen und Umsatzzuwächse verzeichnen können; das gelte auch für einige osteuropäische Märkte wie Rumänien und Litauen. "Generell ist festzustellen, dass sich die Nachfrage bei Bodenbearbeitungsmaschinen, Sämaschinen, Düngerstreuern und Pflanzenschutzspritzen weiter in Richtung hochwertiger Technik mit großen Arbeitsbreiten entwickelt. Zugleich setzt sich der Trend zum überbetrieblichen Maschineneinsatz durch Lohnunternehmer, Betriebsgemeinschaften und Maschinenringe fort," berichtet Dr. Justus Dreyer.
Dreyer fährt fort: "Hier bestätigt sich die Amazone-Strategie der letzten Jahre, dass wir auf die Präzisions-Landwirtschaft setzen und die Technik für professionelle Anwender weiterentwickeln. Unsere Positionierung als Spezialist für den 'Intelligenten Pflanzenbau' wollen wir weiter auf alle Märkte übertragen." Deswegen sollen auch zukünftig mehr als fünf Prozent des Gesamtumsatzes in Forschung und Entwicklung investiert werden.
Organisation wurde weiter optimiert
Als Reaktion auf die Wirtschaftskrise habe die Amazone-Geschäftsleitung bereits in der ersten Jahreshälfte 2009 ein umfassendes Maßnahmen-Paket umgesetzt. Dazu hätten die Rückverlagerung fremd vergebener Arbeiten, der Abbau von Stunden- und Urlaubsguthaben, die Reduzierung der Zeitarbeit sowie die Überprüfung von Kostenstrukturen und Investitionsplanungen gehört. Um dem Auftragsrückgang Rechnung zu tragen, sei 2009 außerdem in einigen Unternehmensbereichen Kurzarbeit angemeldet worden. "Trotzdem konnten wir jederzeit auf die große Motivation der Amazone-Mitarbeiter und ihre hohe Identifikation mit dem Unternehmen zählen. Auch in diesem schwierigeren Jahr zeigte sich, dass die Mannschaft des Familienunternehmens Amazone ein eingeschworenes Team ist," so Geschäftsführer Christian Dreyer. Angesichts der Gesamtlage der Branche sei es ein Erfolg, dass die Stammbelegschaft von insgesamt 1.500 Mitarbeitern gehalten werden konnte.
"Wir sehen die derzeitige Situation auch als Chance, nicht nur die Produkte, sondern auch unsere Serviceleistungen weiterzuentwickeln, um die Anforderungen unserer Kunden zukünftig noch besser zu erfüllen," benennt Christian Dreyer das Ziel weiterer Maßnahmen. Deshalb seien die Abläufe in der Fertigung weiter optimiert, die Durchlaufzeiten verkürzt und der Servicegrad erhöht worden. Im Vertriebsbereich habe Amazone zusammen mit der Partnerbank De Lage Landen neue, für die Kunden attraktive Finanzierungsangebote entwickelt.
Besonders erfolgreich seien außerdem die Aktionen für den Verkauf von Original-Verschleiß- und Ersatzteilen verlaufen. Als Innovation für die Vertriebsorganisation habe Amazone zudem im Herbst einen "Produkt-Konfigurator" eingeführt. Mithilfe eines bedienerfreundlichen Programms, das über die Homepage von Amazone angesteuert werde, könnten die Amazone-Vertriebspartner nunmehr bereits während des Kundengesprächs aus einem Baukastensystem eine optimale Maschinenlösung für den Kunden zusammenstellen.
Ausbau internationaler Präsenz
Den Ausbau seiner Präsenz auf den internationalen Märkten will Amazone zukünftig weiter forcieren. Ein Beispiel aus der jüngeren Vergangenheit sei die Gründung einer eigenen Vertriebstochter in Ungarn, was dort zu einer besseren Markterschließung geführt habe. Zukunftsmärkte lägen beispielsweise in Ländern wie Kasachstan, in denen Amazone mit Bodenwasser-sparender Technik bereits erfolgreich am Markt agiere. Denn global gesehen zeichne sich der Trend ab, dass die Notwendigkeit der Ressourcenschonung enorm an Bedeutung gewinne.
"Die aktuellen Herausforderungen werden wir weiterhin optimistisch angehen. Wir werden gestärkt aus der derzeitigen Schwächephase einiger Märkte herauskommen," blicken die Amazone-Geschäftsführer in die Zukunft. Mittel- und langfristig sehen sie gute Perspektiven für die Landwirtschaft und die Landtechnik und wollen den eingeschlagenen Kurs weiter halten. Sie wollen weiter an den fünf Hauptzielen zur Entwicklung der Unternehmensgruppe arbeiten.
Diese Ziele seien: 1.) die Erschließung neuer Märkte sowie der weitere Ausbau der internationalen Vertriebs- und Servicenetze, 2.) Innovationsführerschaft durch die Neu- und Weiterentwicklungen marktangepasster und innovativer Maschinen- und Verfahrenskonzepte, 3.) der weitere Ausbau der Beratungsaktivitäten auf Basis des Active Versuchs- und Schulungskonzepts, 4.) die Weiterentwicklung rationeller und schlanker Fertigungs- und Verwaltungsstrukturen, 5.) die Förderung und Motivation der Mitarbeiter. Dabei komme es Amazone zugute, dass in der Landwirtschaft fortlaufend neue und moderne Technik sowie intelligentere Verfahren benötigt werden, um mehr Leistung bei gleichzeitig weniger Aufwand zu schaffen und so letztendlich ausreichende Einkommen zu erwirtschaften. (pd)

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