Bonn - Im 13. Monat in Folge liegt die Teuerungsrate bei frischen Nahrungsmitteln über drei Prozent.
Oftmals werden Lebensmittel weggeschmissen, die eigentlich noch gut zum verzehr geeignet sind.
© Mühlhausen/Landpixel
Anziehenden Preise für Gemüse, Obst sowie Milch und Milchprodukte hatten im Mai vergangenen Jahres den Frischeindex der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) auf 3,1 Prozent springen lassen. Auch im Mai 2011 sorgten vor allem Preiserhöhungen für Milchprodukte dafür, dass der vorläufige Index (3,8 Prozent) deutlich über der Marke von 3 Prozent blieb.
Nach einem Jahr weitgehender Stabilität hob Aldi am 2. Mai 2011 die Preise für Molkereiprodukte der weißen Linie an. Ein Liter Milch aus konventioneller Erzeugung kostet seitdem vier Cent mehr. Auch Sahne, Quark und Kondensmilch wurden teurer. Die Wettbewerber zogen innerhalb weniger Tage nach. Dagegen waren die Butterpreise zuletzt stabil. Ein Päckchen Deutsche Markenbutter kostet seit Anfang März 1,15 Euro und damit rund 24 Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Insgesamt verteuerten sich Milchprodukte (inkl. Käse) im Mai 2011 gegenüber dem Vorjahr um 7,6 Prozent. Damit folgt die Entwicklung auf Verbraucherebene den Milcherzeugerpreisen, die in den letzten Monaten ebenfalls gestiegen sind.
Den höchsten Preisanstieg im Vorjahresvergleich aller Warengruppen weisen die Kartoffeln auf (+14,5 Prozent). Seit dem Beginn der Frühkartoffelkampagne 2010 ist das Kartoffelangebot eher knapp. Folglich zog das Preisniveau an und übersteigt seitdem das Vorjahresniveau deutlich. Der Lebensmitteleinzelhandel reagierte darauf, indem er verstärkt auf kleinere Verkaufseinheiten setzte. Deren Grundpreis pro kg liegt in der Regel höher.
Der LEH erhöhte die Preise für
Geflügelfleisch binnen Monatsfrist um 2,6 Prozent und gab damit höhere Einkaufspreise an die Endverbraucher weiter.
Rindfleisch verharrte auf dem höheren Niveau, dass um den Jahreswechsel infolge guter Absatzmöglichkeiten im Ausland realisiert werden konnte. Dagegen zeigen sich
Schweinefleisch und
Fleischwaren/Wurst weitgehend unbeeindruckt von den Preisschwankungen auf Erzeugerstufe. Von Produzenten und Vermarktern erhoffte Nachfrageimpulse durch das grilltaugliche
Wetter stellten sich bislang nur bedingt ein.
Die Obstnachfrage wird immer noch stark durch gestiegene Apfelpreise infolge der kleineren Ernte 2010/11 gebremst. Auch die Bananenzufuhren aus Lateinamerika stockten in den ersten Monaten des Jahres 2011 und verteuerten das verfügbare Angebot um 7 Prozent. Dagegen wirkt die frühzeitige und bislang reichliche Erdbeerernte in Richtung niedrigerer Preise. Insgesamt bleibt es gegenüber dem Vorjahr bei Frischobst bei einem leichten Preisauftrieb von gut 3 Prozent, der bei Vorliegen endgültiger Daten für den Mai noch etwas geringer ausfallen dürfte.
Frischgemüse gehört zu den wenigen "Preisbremsern". Hier war das Angebot im Mai vorigen Jahres aufgrund des späten Vegetationsbeginns eher knapp ausgefallen. In diesem Jahr begann die Freilandsaison dagegen frühzeitig und mit einem rasch steigenden Angebot, so dass sich insgesamt für Frischgemüse gut 9 Prozent niedrigere Preise als im Vorjahr ergeben. Insbesondere Spargel (-14,9 Prozent) und Strauchtomaten (-16,0 Prozent) sind günstiger als im Mai 2010.