Essen - In Deutschland hat das Bundesland Nordrhein-Westfalen gestern eine Datenbank zur freiwilligen, zentralen Erfassung des Antibiotikaeinsatzes in der Geflügelmast freigeschaltet.
In der Datenbank sollen Tierärzte und Geflügelhalter alle Angaben zur Verschreibung und Anwendung von Antibiotika bei Mastgeflügel eingeben.
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In der Datenbank sollen Tierärzte und Geflügelhalter alle Angaben zur Verschreibung und Anwendung von Antibiotika bei Mastgeflügel eingeben. Erfasst werden nur Angaben, die schon jetzt per Gesetz zu dokumentieren sind. Dazu gehören der Wirkstoff und die Dosierung, das Abgabe- und Anwendungsdatum sowie die behandelten Tiere. Das nordrhein-westfälische Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) wird die Daten auswerten. Eine erste Auswertung zur Festlegung von Vergleichszahlen soll in etwa drei Monaten vorliegen. Veterinäre und Geflügelmäster, die besonders viele Antibiotika verwenden, sollen dann gezielt beraten werden. Zugriff auf die Daten erhalten auch die amtlichen Kontrollstellen in den Kreisen und kreisfreien Städten.
Wer draußen bleibt, muss mit Kontrollen rechnen
Der nordrhein-westfälische Landwirtschafts- und Umweltminister Johannes Remmel von Bündnis 90/Die Grünen erklärte in einer Pressekonferenz in Essen, langfristig strebe er eine antibiotikafreie Mast an. Die neue Datenbank soll vor allem mehr Transparenz schaffen und Kontrollen erleichtern. Geflügelhalter, die sich an der freiwilligen Datenerfassung nicht beteiligen, müssen mit verstärkten amtlichen Kontrollen rechnen. In Nordrhein-Westfalen mästen etwa 13.000 Betriebe Hühner. Die 10% der größten Betriebe halten 96% des Gesamtbestandes.
Forderung nach nationalem Reduktionsplan
Minister Remmel will Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse
Aigner zu einer schärferen Gangart in dem Bemühen um eine Verringerung des Antibiotikaeinsatzes antreiben. Die gestern von der CSU-Ministerin vorgelegten Vorschläge zur Änderung des Arzneimittelgesetzes bezeichnete er als Mogelpackung. Remmel drängt auf einen nationalen Reduktionsplan mit dem Ziel, den Antibiotikaeinsatz innerhalb von drei Jahren um die Hälfte zu reduzieren.