Brüssel - In der EU-27 sind fast 17 Millionen unterschiedliche Unternehmen im Bereich der Nahrungsmittelkette, vom Landwirt bis zum Handel, tätig.
Mehr als ein Fünftel der Gesamtbeschäftigten ist in der Landwirtschaft tätig.
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Zusammen erzeugen sie 751 Milliarden Euro der Bruttowertschöpfung - sechs Prozent des BIP in der EU-27 - und beschäftigten im Jahr 2008 mehr als 48 Millionen Personen. Das entspricht mehr als einem Fünftel der Gesamtbeschäftigungszahlen. Vier Fünftel der Unternehmen innerhalb der Nahrungsmittelkette waren landwirtschaftliche Betriebe (81,8 Prozent). Sie hatten mit 56 Prozent den größten Anteil an der Beschäftigung, wie eine Übersicht des statistischen Amtes der EU (Eurostat) zeigt.
Die Bruttowertschöpfung war jedoch gleichmäßig auf die verschiedenen Akteure der Lebensmittelkette verteilt: Jeweils 26 Prozent wurden im Sektor Landwirtschaft sowie bei der Herstellung von Nahrungsmitteln und Getränken verzeichnet, 20 Prozent im Nahrungsmittel- und Getränkeeinzelhandel, 17 Prozent in der Gastronomie und elf Prozent im Großhandel mit Nahrungsmitteln und Getränken.
Spanien und Italien haben die meisten Lebensmittel-Einzelhändler
Im Jahr 2008 gab es in der EU-27 insgesamt mehr als 900.000 Unternehmen und 7,2 Millionen Beschäftigte im Lebensmitteleinzelhandel (LEH). Der Fachhandel machte zwar mehr als die Hälfte davon aus, er beschäftigte aber lediglich 20 Prozent der Arbeitnehmer. Die meisten Fachhändler im Lebensmittelsektor gab es in Spanien (23 Prozent der EU-27-Unternehmen). Auf sie entfielen 18 Prozent der EU-Gesamtbeschäftigten. Italien belegte in beiden Fällen Rang zwei (22 Prozent beziehungsweise 15 Prozent), gefolgt von Deutschland (sechs Prozent beziehungsweise 14 Prozent) und dem Vereinigten Königreich (sechs Prozent beziehungsweise zwölf Prozent).
Zahl der Beschäftigten sehr unterschiedlich
Die Struktur des Nicht-Fachhandels ist in der EU-27 deutlich weniger einheitlich: Die durchschnittliche Anzahl an Beschäftigten je Unternehmen unterscheidet sich beträchtlich zwischen den Mitgliedstaaten. Dies erklärt warum jene Staaten mit den meisten LEH-Unternehmen - Polen und Rumänien - bei den Beschäftigungszahlen vom Vereinigten Königreich und Deutschland überholt werden. Österreich liegt bei der Zahl der Lebensmitteleinzelhändler mit 3.400 an 16. Stelle, hält mit 92.200 Handelsbeschäftigten im Lebensmittelsektor aber Platz zehn.
Höhere Haushaltsausgaben in Osteuropa
Der EU-Schnitt für die Ausgaben der Haushalte für Lebensmittel betrug 11,9 Prozent. Rumänen, Litauer, Bulgaren und Esten gaben hingegen mehr als 20 Prozent ihrer Haushaltsausgaben für Nahrungsmittel aus. Für Catering lag der Anteil im EU-Schnitt bei 6,9 Prozent. Bei Alkoholika entfielen die höchsten Anteile laut Eurostat auf Estland (sechs Prozent), Ungarn und Litauen (jeweils fünf Prozent) und bei Cateringdienstleistungen auf Spanien (15 Prozent), Irland (zwölf Prozent) und Griechenland (zehn Prozent).