Montag, 21.05.2012
Argentinien: Neue Korrekturen bei der Mais- und Sojaernte
Die Ernteprognosen für Mais und Soja gehen weiter nach unten und sorgen für Unruhen am Markt. Die Regenfälle der letzten Wochen dürften aber ein weiteres Absinken der Erträge verhindern.
Experten des US-Landwirtschaftsministeriums haben die Ernteprognose für Mais in Argentinien um fast 20 Prozent nach unten korrigiert, gegenüber Dezember.
© Kurt/pixelio
Neue Schätzungen über die Auswirkungen der Trockenheit auf die argentinische Mais- und Sojaernte sorgten erneut für Unruhe am Markt. Zum Monatswechsel haben Experten des US-Landwirtschaftsministeriums ihre Prognose für die argentinische
Maisernte deutlich nach unten korrigiert. Anfang Februar setzte zudem das private Analystenhaus Informa Economics seine Ernteschätzung für Mais und Soja ebenfalls nach unten. Eine Woche zuvor hatten bereits die beiden großen argentinischen Getreidebörsen in Rosario und Buenos Aires sowie das argentinische Landwirtschaftsministerium ihre Prognosen nach unten geschraubt. Diese liegen beim Mais jetzt innerhalb einer Spanne von 21,4 Millionen Tonnen (Mio. t) und 23 Mio. t und beim Soja zwischen 46,2 und 49,5 Mio. t. Die Regenfälle der letzten Wochen dürften jedoch ein weiteres Absinken der Erträge und der Produktion verhindern. Für den zuletzt ausgebrachten Mais und Soja könnten der aktuelle und der noch erwartete Regen die Erträge noch positiv beeinflussen. Das sehr trockene und heiße
Wetter in den frühen Wachstumsphasen im Dezember und Januar hat jedoch vor allem beim Mais beträchtliche Schäden angerichtet.
US-Experten korrigieren Maisernte um fast 20 Prozent
Experten des US-Landwirtschaftsministeriums erwarten die argentinische
Maisernte in ihrem aktuellen Länderreport nur noch bei 21,8 Mio. t. Die Ernteprognose der Analysten von Informa Economics erreicht mit 22,5 Mio. t eine ähnliche Größenordnung und liegt gleichzeitig etwa auf Vorjahresniveau. Anfang Januar hatte die Ernteprognose der US-Experten noch bei 26 Mio. t gelegen und im Dezember sogar bei 29 Mio. t. Sowohl die Dezemberprognose als auch die Januarschätzung hätten einen neuen Produktionsrekord bedeutet. Allerdings wurden die wichtigsten Maisanbaugebiete auch ganz besonders von Hitze und Trockenheit heimgesucht. Mittlerweile haben die Farmer den in besonders schlechten Zustand befindlichen früh gepflanzten Mais (September/Oktober) dort bereits für die Silageproduktion geerntet oder ihre Rinder auf die Flächen getrieben. Mitunter wurden auch Flächen umgebrochen und wo dies noch möglich war Soja gepflanzt. Insgesamt sind etwa 25 Prozent bis 35 Prozent des gesamten Maisareals sogenannter spät gepflanzter Mais, der noch von den Regenfällen profitieren kann. Das Exportvolumen des weltweit zweitgrößten Maisexporteures sehen die US-Experten infolge der deutlich kleineren Ernte jetzt nur noch bei 14 Mio. t, nach 18,5 Mio. t in der vorigen Prognose und 15 Mio. t im letzten Jahr.
Sojaernte kleiner als im Vorjahr
Die argentinische Sojaernte wurde am 3. Februar vom Analystenhaus Informa Economics auf 46,5 Mio. t geschätzt, nach 51 Mio. t bei der letzten Prognose. Damit bewegen sich die Schätzungen der wichtigsten staatlichen und privaten Analysten jetzt innerhalb einer Spanne von 46,2 und 49,5 Mio. t. Vor allem der spät gepflanzte Soja dürfte von den jüngsten Niederschlägen noch profitieren. Der bisherige Produktionsrekord aus dem Jahr 2009 (54,5 Mio. t) wird in allen Prognosen jedoch deutlich verfehlt und auch das Vorjahresergebnis von 49 Mio. t wird wohl schwer zu erreichen sein. Argentinien ist nach den USA und Brasilien der drittgrößte Exporteure von Sojabohnen und der mit Abstand größte Exporteur von Sojaschrot und auch von Sojaöl. Stärkere Produktionsausfälle hätten beträchtlichen Einfluss auf das globale Angebot an Futtergetreide (Mais) und Eiweißfutter und natürlich auf die Futterpreise.
agrarheute.com berichtete bereits über die Auswirkungen der Trockenheit in Argentinien. Lesen Sie hierzu auch:
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