Montag, 21.05.2012
Argentinien: Trockenheit bleibt Thema
In den letzten Wochen hat die Trockenheit in Südamerika die Weltmarktpreise für Getreide und Ölfrüchte kräftig nach oben getrieben.
Argentinien und Brasilien sind für mehr als die Hälfte der weltweiten Sojaausfuhren verantwortlich.
© Mühlhausen/landpixel
Immerhin sind Argentinien und Brasilien zusammen für knapp 30 Prozent der globalen Maisexporte und für mehr als die Hälfte der weltweiten Sojaausfuhren sowie für 75 Prozent der Sojaschrotexporte verantwortlich. Schäden an den sich überwiegend noch in frühen Wachstumsphasen befindlichen Mais- und Sojapflanzen hätten somit erhebliche Auswirkungen auf die globale Angebotssituation bei Futtergetreide und Eiweißfutter.
Regenfälle in Argentinien und die besser als allgemein erwartet
ausfallenden Produktionsschätzungen des US-Landwirtschaftsministeriums
(USDA) haben zuletzt jedoch etwas Druck von den Märkten genommen.
USDA: Trotz Korrektur Produktionsrekord bei Mais
Bislang gehen die Schätzungen über die Auswirkungen der Trockenheit auf
die Mais- und Sojaproduktion Argentiniens und den Süden Brasiliens noch
ziemlich auseinander. Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) sieht in
seiner aktuellen Prognose die Auswirkungen der Trockenheit nicht ganz so
dramatisch wie einige private Analystenhäuser. Diese hatten die
Situation wiederholt mit der Dürre in der Saison 2008/09 verglichen als
die argentinische Produktion bei Mais und Soja um knapp ein Drittel
einbrach.
Das USDA korrigierte seine Produktionsschätzung für
Argentiniens Sojaernte lediglich um 1,5 Millionen Tonnen auf 50,5 Millionen Tonnen nach
unten und für Brasilien nahm das USDA seine Prognose um eine Million auf 74
Millionen Tonnen zurück.
Etwas deutlicher fällt die Korrektur bei der
argentinischen
Maisernte aus. Hier setzt das USDA die erwartete
Erntemenge um drei Millionen Tonnen auf 26 Millionen Tonnen zurück. Dies wäre jedoch immer
noch ein neuer Produktionsrekord. Dagegen beließ man die Prognose für
Brasiliens
Maisernte unverändert bei 61 Millionen Tonnen und damit ebenfalls auf
Rekordstand.
Argentinische Schätzungen weitaus pessimistischer
Die Experten der argentinischen Getreidebörse in Rosario haben ihre
Ernteprognose für Mais letzten Freitag (13.01.) von 26 Millionen Tonnen auf 21,4
Millionen Tonnen um 18 Prozent nach unten korrigiert. Begründet wurde diese starke
Korrektur damit, dass die jüngsten Regenfälle in etlichen wichtigen
Anbauregionen für den Mais nicht die erhoffte Verbesserung der
Feuchtigkeitsversorgung gebracht haben. Bei Soja haben die jüngsten
Regenfälle die sich wegen der Trockenheit verzögernden Pflanzungen des
als Zweitfrucht (nach Weizen) angebauten Sojas hingegen beschleunigt.
Anfang Januar waren nach Angaben der argentinischen Getreidebörse in
Rosario knapp 90 Prozent der geplanten Mais- und Sojapflanzungen erfolgt.
Die argentinische Pflanzsaison für Mais dauert üblicherweise von
September/Oktober bis November/Dezember und die Soja wird hauptsächlich
von Oktober bis November gepflanzt. Die
Maisernte beginnt im April und
die Sojaernte im Mai.
Gemeinsam mit dem dlv-Marktanalysten Dr. Olaf Zinke werfen wir einen Blick auf drei der wichtigsten Agrarmäkrte im Jahr 2012. Podcast anhören ...
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