Montag, 21.05.2012
Neues Spiel mit alten Trümpfen: Fendt Favorit 716 Vario
München - Der Fendt 716 nimmt auf dem deutschen Gebrauchtmaschinenmarkt den ersten Platz ein. Grund genug für die AGRARTECHNIK, sich dieses Modell und dessen Entwicklungsschritte genauer zu betrachten.
Fendt stellte
1998 mit den Favorit-Typen 714 und 716 erstmals
stufenlose Getriebetechnik in Traktoren der
mittleren Leistungsklasse vor. Umstritten war vor allem das Design
der neuen
Fendt 700er Baureihe
bei deren Vorstellung
1998. Mit der abgerundeter Haube
setzten sie sich doch stark vom kantigen
900er Kraftpaket ab. Von der Variotechnik
war die Fachwelt begeistert.
Schließlich wurde mit der neuen, bis
zu 160 PS starken Baureihe erstmals
das bedeutende Kundenklientel der
bäuerlichen Betriebe mit stufenloser
Technik bedient. Doch nicht nur das
äußere Kleid der 700er Vario-Reihe
war neu.
Fendt verbaute erstmals einen
Multifunktions-Joystick. Entgegen den
ersten 900er Varios ließen sich mit diesem
neben der Geschwindigkeit auch
Hydraulik- und Zapfwellenfunktionen
ändern. Vor allem älteren Fahrern abschreckend
erschien der neue Bedienmonitor,
das Varioterminal. Er diente
erstmals zum Einstellen von EHR, Getriebe
und Hydraulik, die jetzt sogar
mit einer Zeitfunktion ausgestattet
war.
Vario 716 in mehreren Ländern auf Platz eins
2011 stellten die Marktoberdorfer nun
bereits die vierte Generation der 700er
vor. Aber nicht nur neue Traktoren
von
Fendt sind beliebt, auch die
Gebrauchten erfreuen sich großer
Nachfrage. Unter allen angebotenen
Traktoren auf
Gebrauchtmaschinenplattformen,
wie
technikboerse.
com nimmt der
Fendt Vario 716
den ersten Platz
ein. Der Marketing
Service Lectura
hat für diesen
Typ mit
aktuell 75 angebotenen
Maschinen
einen
Marktanteil
von 2,4 Prozent
unter den derzeit
in Deutschland
zum Verkauf
stehenden
Gebrauchttraktoren
ermittelt.
Auf Platz zwei
folgen der
John Deere 6800 und der
Fendt 820
mit jeweils 2,2 Prozent. Den vierten
Platz belegt bereits der kleine Bruder
des 716, der
Fendt 714, mit zwei Prozent.
In Österreich liegt der Vario
ebenfalls auf Platz eins, hier sind es
sogar 4,6 Prozent. In den Niederlanden
und Belgien muss sich der Allgäuer
die Spitzenposition mit dem
John Deere 7800 beziehungsweise
8420 teilen.
Vorlaute Kritiker könnten jetzt urteilen,
der 716 sei ein Ladenhüter, den
keiner mehr will. Weit gefehlt: Innerhalb
der letzten drei Monate nahm
der Bestand um 27 Prozent ab. Übrigens
ist Deutschland auch für den gebrauchten
716 Vario der wichtigste
Markt. 60 Prozent der Maschinen
sind hierzulande gelistet. In Frankreich
sind es 22 Prozent und in den
Niederlanden beträgt der Anteil sechs
Prozent.
Deutsche Traktoren am ältesten
Die Verweildauer auf den Betrieben ist
in Deutschland ebenfalls am höchsten.
Hier sind die angebotenen Vario 716 im
Durchschnitt 9,2 Jahre alt. In Frankreich
beträgt das Durchschnittsalter 7,8
Jahre und in den Niederlanden 7,6
Jahre. Junge Gebrauchte gibt es in Belgien
mit durchschnittlich 6,2 Jahren.
Die geleisteten Betriebsstunden variieren
stark. Von 1 400 Betriebsstunden bis
fast zum Zehnfachen ist alles dabei. Die
Verkaufspreise schwanken ebenfalls erheblich.
Lectura ermittelt die Preise auf
Basis von 600 Stunden pro Jahr wie
folgt: Die erste 716er Generation von
1998, die übrigens noch den Namenszusatz
Favorit trug, soll noch für 40 400
Euro zu verkaufen sein. Für Traktoren
aus 2006, dem letzten Baujahr der zweiten
Generation, sind die Käufer bereit,
noch 57 300 Euro auf den Tisch zu legen. Damit sind die grünen Traktoren
mit den roten Felgen bis zu 20 000 Euro
teurer als Maschinen der Wettbewerber!
Übrigens waren bei den Varios eine gefederte
Vorderachse, Klimaanlage, Druckluftbremse
und drehzahlreduzierte 50
Kilometer pro Stunde serienmäßig...
Den vollständigen Artikel können Sie in der aktuellen September-Ausgabe der AGRARTECHNIK nachlesen.
AGRARTECHNIK
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