Montag, 21.05.2012
Milchmarkt International: Preiserholung von kurzer Dauer
Berlin - An der globalen Handelsbörse für Milchprodukte (GlobalDairyTrade) haben die Auktionspreise bei der letzten Handelsrunde in diesem Jahr nachgegeben.
Bei der jüngsten Handelsrunde am 20. Dezember gingen die Milchpreise um 1,6 Prozent zurück.
© Mühlhausen/landpixel
Nachdem die Preise in den beiden vorangegangen Auktionen jeweils um 2,6 Prozent (%) zugelegt hatten, verzeichnete man im Ergebnis der Handelsrunde vom 20. Dezember nun einen moderaten Rückgang der Preise um 1,6 %. Damit liegt das Niveau durchschnittliche Niveau der Preise aller 7 gehandelten Milchprodukte um rund 23 % unter der diesjährigen Preisspitze von Februar jedoch rund 4 % über dem diesjährigen Tiefpreis von Oktober.
Milchpulver billiger, Käse etwas teurer
Allerdings haben sich auf der Auktion vom 20. Dezember die Preise nicht für alle Milchprodukte in die gleiche Richtung entwickelt. Während die Notierungen für Magermilchpulver im Vergleich zum Vormonat um 3,2 % auf 3.312 USD/t nachgaben, schlossen die Preise für Vollmilchpulver die Auktion mit 3.589 USD/t um 1,5 % billiger ab und die Notierungen für Buttermilchpulver gaben um 3,8 % auf 3280 USD/t nach. Dagegen verteuerte sich wasserfreies Milchfett (AMF) um 4,8 % auf 4.183 USD/t und auch die Preise für Käse (Cheddar) konnten um rund 1 % auf 3.601 zulegen.
Ausblick verhalten optimistisch
Am Terminmarkt in den USA regierten die Preise auf die
Auktionsergebnisse kaum. Der Kontrakt für die zur Käseherstellung
eingesetzte Milch der Klasse III, notierte fast für den Monat Dezember
fast unverändert bei 41 Ct/kg. Von Dezember bis Mai rechnet man in den
USA mit einem Preisrückgang von etwa 10 % auf etwa 37 USD/t. Diese
Erwartung spiegelt sich im Wesentlichen auch in den Terminmarktpreise
für die börsengehandelten Milchprodukte wider. So gehen die US-Händler
bei dem relativ exportabhängigen Käsemarkt von Dezember bis April/Mai
ebenfalls von einem Preisrückgang aus von etwa 10 % aus. Bei
Magermilchpulver rechnet man am US-Terminmarkt für die nächsten Monate
sogar noch mit deutlich moderateren Abschlägen. Allerdings gehen die
Händler hier in der zweiten Jahreshälfte von einem weiteren
Preisrückgang aus. Bei Butter geht der US-terminmarkt derzeit sogar von
einem Preisanstieg von 5 bis 8 % bis Jahresmitte aus.
Angebot weltweit groß
Allerdings bleiben die Prognosen für die nächste Zeit sehr unsicher,
denn das Angebot an Milch- und Milchprodukten fällt in den großen
Produktions- und Exportländern groß aus. In der Europäischen Union
übertraf die Milchanlieferung von Januar bis September die
Vorjahresmenge um 2,1 %, in den USA war die Produktion (trotz der Dürre
im Süden) von Januar bis November um 1,6 % größer als im letzten Jahr.
In Neuseeland lag der Produktionsvorsprung in der neuen Saison
(Jun-Sept.) bei 11 % und in Australien bei 2,8 %. Aus Argentinien meldet
man für Oktober ebenfalls ein Produktionszuwachs von 11 %.
Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Eine ausführliche Analyse zur
Entwicklung am euopäischen und internationalen Milchmarkt finden Sie in
der Ausgabe 01/2012 der NL -
Neuen Landwirtschaft, dem Magazin für Agrarmanager.
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