Montag, 21.05.2012
Ausblick: Agrarmärkte bleiben stark von der Weltwirtschaft abhängig
Berlin - Auch in diesem Jahr wird die Entwicklung auf den wichtigsten Agrarmärkten stark von der Weltwirtschaftslage geprägt werden.
Das weltweite Angebot an Getreide wird auch in diesem Jahr sehr groß sein.
© landpixel.de
Weizen: Angebot wir groß bleiben
"Am Weizenmarkt müssen wir uns 2012 mit einem relativ großem Angebot auseinandersetzten", erklärt dlv-Marktanalyst Dr. Olaf Zinke. Das Angebot sei nicht nur europaweit sehr gut, hinzu komme auch die Rückkehr der Schwarzmeerländer sowie Australien und Argentinien, was zusätzlich auf die Märkte drücken wird. "Andererseits gibt es Gerüchte, dass in der Ukraine Ausfälle der Wintersaat von bis zu 30 Prozent. Das könnte die Märkte natürlich beeinflussen und die Preise stützen," blickt Zinke in die Zukunft. "Generell sind die meisten Marktteilnehmer aber überzeugt, dass das Angebot - wenn das
Wetter keinen Strich durch die Rechnung macht - auch in diesem Jahr groß bleiben wird und die Preisprognosen nicht in den Himmel wachsen", so der Marktexperte.
Milchmarkt: Preise von der Weltwirtschaftslage abhängig
"Auf dem Milchmarkt wurden in Deutschland 2011 sehr gute Preise
erzielt", berichtet Zinke. Während es am Weltmarkt bereits im Herbst
einen Preisrückgang von 15 bis 20 Prozent gab, war davon in der EU
nichts zu spüren. Die Milchpreise in diesem Jahr sind laut Zinke
abhängig von der weiteren Entwicklung der Weltwirtschaftslage und damit
auch der Konsumnachfrage der großen Importländer wie beispielsweise
China. "Sollte die Weltwirtschaft einen größeren Dämpfer bekommen, wird sich
natürlich auch die Nachfrage abschwächen und dann könnte es auch am
Weltmarkt zu Preisrückgängen kommen", prognostiziert der Experte. Da die
Milchproduktion zudem 2011 gewachsen ist, wird sich ein
Nachfragerückgang auch auf die Preise auswirken.
Die Butterknappheit in Skandinavien Ende 2011 war laut Dr. Olaf Zinke
eher ein lokales Problem: "Dort ist der Markt eher gesteuert. Obwohl man
das aus Sicht der EU mit abdecken könnte, hat der skandinavische Markt
keine große Bedeutung für den europäischen Markt", erklärt Zinke.
Schweinemarkt: Aussichten abhängig von der Exportlage
Zum Ende des Jahres gab es auf dem Schweinemarkt noch mal einen kleinen
Preisschub. Der Grund waren zusätzliche Exportmärkte in Asien, vor allem
China und Südkorea. "Die Entwicklungen am Schweinemarkt hängt auch hier von Exportaussichten
ab, da Produktion in der EU sehr groß ist", erklärt Zinke. Prognosen
gehen davon aus, dass ab dem 2. Quartal des Jahres 2012 die Produktion
etwas kleiner, aber immer noch reichlich sein wird. "Wenn sich der
Export abschwächt, sind die Aussichten am Schweinemarkt in diesem Jahr
aber eher schlechter als besser", so der Experte.
Der agrarheute.com Jahresrückblick 2011 Teil 2
bem
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