Montag, 21.05.2012
Ausländische Erntehelfer bleiben stark gefragt
L P D - Ohne polnische Helfer kein Spargel aus Niedersachsen – auf diesen einfachen Nenner lässt sich nach Angaben des Landvolkes Niedersachsen der Einsatz von Saisonarbeitskräften bringen. Ausländische Erntehelfer sind aber nicht nur im Spargel, sondern auch in vielen Obstbaubetrieben unverzichtbar – trotz aller Bemühungen, verstärkt auch Deutsche auf den Feldern einzusetzen und dafür den Einsatz von Ausländern zu begrenzen. In diesem Jahr sind von Januar bis Juli nach einer Aufstellung der Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen der Bundesagentur für Arbeit bereits wieder 43.256 ausländische Saisonkräfte in Niedersachsen und Bremen zum Einsatz gekommen, und zwar fast ausschließlich in der Landwirtschaft. Ein ganz geringer Anteil arbeitet daneben auch in der Gastronomie. Damit ist die Zahl der Ausländer auf niedersächsischen Feldern und Obstanlagen gegenüber dem vergangenen Jahr gleich geblieben; 2009 wurden 43.407 ausländische Saisonkräfte gezählt.
Zum überwiegenden Teil kommen die Erntehelfer nach wie vor aus Polen, allerdings ist der Anteil von drei Vierteln der Saisonkräfte gegenüber 2009 leicht rückläufig. Möglicherweise spielt dabei die allmähliche Verbesserung der wirtschaftlichen Lage in Polen eine Rolle, so dass dort inzwischen bessere Arbeitsmöglichkeiten herrschen. Dagegen ist die Saisonarbeit in Deutschland offenbar insbesondere für Rumänen attraktiv. Sie stellen knapp ein Viertel der ausländischen Erntehelfer und ihr Anteil steigt, allein gegenüber 2009 um 16,3 Prozent von 8.531 auf 9.919. Damit ist ihr Anteil in Niedersachsen sogar stärker gestiegen als im Bundesgebiet insgesamt, wo die Zahl der Rumänen um zehn Prozent auf 78.555 stieg. Andere Nationen spielen als Herkunftsländer für Saisonarbeitskräfte kaum eine Rolle. Stärker als im gesamten Bundesgebiet dominieren in Niedersachsen die Polen als Saisonkräfte. Während im Bundesgebiet in diesem Jahr mit knapp 145.100 Arbeitskräften aus Polen weniger als doppelt so viele kamen wie aus Rumänien, waren es in Niedersachsen mit 32.469 mehr als dreimal so viele. Allerdings schrumpfte die Zahl der Polen gegenüber 2009 um 5,3 Prozent.
Bisher mussten die Bauern, die ausländische Saisonkräfte einsetzen wollten, die Vermittlung über die Zentralstelle für Arbeit in Anspruch nehmen, außerdem brauchten die Saisonkräfte eine Arbeitserlaubnis. Zudem war die Anzahl der ausländischen Erntehelfer pro Betrieb quotiert, um vermehrt deutsche Arbeitslose zu vermitteln. Ab Mai kommenden Jahres sollen die Erntehelfer aus EU-Ländern jedoch volle Freizügigkeit erhalten und brauchen dann weder Arbeitserlaubnis noch Vermittlungsverfahren. Für die Bauern wird es dann einfacher, ihre Erntehelfer anzuwerben. Lediglich wer schon vorher ausländische Saisonkräfte braucht, muss sich noch dem alten Verfahren unterwerfen.
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