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[ » ah nachrichten für die Landwirschaft » Pflanze » Getreide » Auswinterungsschäden Ukraine ]
Montag, 21.05.2012
Getreide | 10.02.2012 Redaktion agrarheute.com

Große Auswinterungsschäden in der Ukraine

Das ukrainische Analystenhaus UkrAgrConsult hat die Ernteprognosen für Wintergetreide und Raps deutlich nach unten korrigiert. Das dürfte das Wachstum des Maisanbaus in der Ukraine weiter beschleunigen.
Die Ernteprognosen von UkrAgrConsult für Weizen in der Ukraine liegen momentan bei 13,7 Millionen Tonnen, was einem Rückgang gegenüber der letzten Ernte von knapp 40 Prozent entsprechen würde.© Gudellaphoto-Fotolia.com
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Die Ernteprognosen von UkrAgrConsult für Weizen in der Ukraine liegen momentan bei 13,7 Millionen Tonnen, was einem Rückgang gegenüber der letzten Ernte von knapp 40 Prozent entsprechen würde.
© Gudellaphoto-Fotolia.com
Von den großen Getreideproduzenten ist die Ukraine offenbar am stärksten von dem extremen Kälteeinbruch der letzten Tage betroffen. Temperaturen von unter 30 Grad Minus und eine dünne Schneedecke setzen den Wintersaaten zu. Gleichzeitig verringern sich die Aussichten auf eine gute Ernte für das nächste Jahr erheblich. Betroffen ist neben Winterweizen vor allem auch Raps. Das ukrainische Analystenhaus UkrAgrConsult korrigiert jetzt wenige Tage nach dem Konkurrenzunternehmen ProAgro seine Schätzungen für die kommende Wintergetreideernte deutlich nach unten.

Kaum noch Weizenexport möglich

Mehr als 2 Millionen Hektar (Mio. ha) der insgesamt 7,1 Mio. ha Wintersaaten fallen nach der Schätzung von UkrAgrConsult bisher der Kälte zum Opfer. Nach der Analyse des Analystenhausens befand sich ein erheblicher Teil des Wintergetreides bereits durch die lang anhaltende Trockenheit im vorigen Herbst in schlechtem Zustand. Das ukrainische Landwirtschaftsministerium hatte vor der Kältewelle für rund ein Drittel der Wintersaaten einen kritischen Zustand festgestellt. Vor dem Hintergrund der anhaltenden Kältewelle und dem schwachen Zustand eines beträchtlichen Teils des Winterweizens reduzierte UkrAgrConsult seine Prognose für die kommende ukrainische Weizenernte um 0,8 Millionen (Mio. t) auf 13,7 Mio. t. Das wäre gegenüber der letzten Ernte einen Rückgang von knapp 40 Prozent und würde die Exportmöglichkeiten für die Ukraine im Prinzip auf Null reduzieren. Anfang der Woche hatte Pro Agro seine Prognose für die Weizenproduktion auf 14,6 Mio. t gesenkt und damit ein ähnliches Szenario gezeichnet. In diesem Jahr erntete die Ukraine 22 Mio. t Weizen und wird etwa 7 Mio. t Weizen exportieren. Bei einer Erntemenge von knapp 14 Mio. t dürfte die ukrainische Regierung den Weizenexport streng regulieren. Etwa 3 bis 4 Mio. t Weizen fließen in den Futtertrog und etwa 9 Mio. t werden für die menschliche Ernährung benötigt.

Rapsproduktion bricht ein

Ähnlich pessimistisch ist die Prognose für den ukrainischen Rapsmarkt. In diesem Jahr wurden auf rund 0,9 bis 1 Mio. ha Raps angebaut. Rund ein Viertel der Rapssaat war bereits durch die Herbsttrockenheit extrem geschädigt. UkrAgroConsult geht nun davon aus, dass rund 30 bis 35 Prozent der gesamten Rapssaat durch die extreme Kälte und die vorausgegangene Trockenheit verloren sind. Dieser Ausfall trifft vor allem Deutschland als einen der größten Importeure von ukrainischen Raps. Im letzten Jahr produzierte die Ukraine rund 1,5 Mio. t Raps.

Maisanbau profitiert

Der extreme Ausfall bei den Wintersaaten dürfte das starke Wachstum des Maisanbaus weiter beschleunigen. Im laufenden Jahre erntete die Ukraine 22,5 Mio. t Mais von 3,5 Mio. ha. Der Maisexport schnellte wegen der Rekordernte auf 12 Mio. t und verdrängte damit Brasilien vom Platz 2 der wichtigsten Maisexporteure und eine Verdopplung der Ausfuhren zum Vorjahr. Der Maisanbau könnte nach Einschätzung von UkrÁgroConsult auf 4 Mio. ha zunehmen und die Spitzenposition der Ukraine unter den großen Maisexporteuren festigen. Auch der Anbau der trockenresistenten Sonnenblume könnte wegen des Ausfalls der Wintersaaten zunehmen ebenso wie der Anbau von Sommergerste.

Kälte reduziert die Exporte

Die extreme Kälte in der Ukraine beeinflusst nicht nur die kommende Getreideernte sondern auch die laufenden ausfuhren. Die Kälte beschränkt die Transporte (Flüsse, Bahn) sowie Verlademöglichkeiten (Häfen) ganz erheblich. An den Schwarzmeerhäfen ist die Eisdecke bereits 25 cm dick. Dabei erschwert die Kälte nicht nur den Transport sondern auch die Landwirte liefern deutlich weniger Getreide an die Vermarktungsplätze. Von Juli bis Januar exportierte die Ukraine insgesamt 11,6 Mio. t Getreide. Davon waren nur 3,3 Mio. t Weizen, 2 Mio. t Gerste jedoch 6,2 Mio. t Mais. Im Januar exportierte die Ukraine insgesamt 1,91 Mio. t Getreide und damit rund 27 Prozent weniger als im Dezember. Etwa 1,3 Mio. t der Januarexporte entfielen auf Mais, 540.000 Tonnen auf Weizen und 70.000 Tonnen auf Gerste.
 
Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
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Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Wöchentliche Informationen zum Getreidemarkt und den Preisen finden sie und der Rubrik Marktfrüchte unter dlz-online.

Ukraine: Landwirtschaft (fast) ohne Fördergelder

Fachbeitrag zum Thema:
Redaktion Land und Forst Der Winterweizen hat viele Feinde
Lesen Sie hierzu auch
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Keywords Auswinterung | Ernteprognosen | Export | Mais | Raps | UkrAgrConsult | Ukraine | Weizen | Wintergetreide | Wintersaaten
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