Montag, 21.05.2012
Triazolverbot würde Verluste nach sich ziehen
Gießen - Die Wirkstoffgruppe der Triazole ist im Resistenzmanagement der Ackerbaubetriebe nicht zu ersetzen. Sollte es hier zu einem Verbot kommen, müssten Landwirte mit Ertrags- und Gewinneinbußen rechnen. Die Agrarhandelsbilanz der EU würde sich verschlechtert sich deutlich und weltweit die EU Marktanteile verlieren. Das ergab eine Studie der Uni Gießen.
Neuere Entwicklungen in der Pflanzenschutzpolitik der Europäischen Union könnten zu einer deutlichen Einschränkung der Bekämpfungsmöglichkeiten bei Pilzerkrankungen in Ackerbaukulturen führen. Besonders betroffen wäre die Wirkstoffgruppe der Triazole, die nach dem aktuellen Kenntnisstand nur eingeschränkt durch andere Wirkstoffgruppen ersetzt werden könnte. Ein Verbot von hochwirksamen Wirkstoffen würde zu einem eingeschränkten Wirkstoffspektrum und damit zu einem Anstieg von Resistenzen gegenüber den verbleibenden Fungizidwirkstoffen führen.
So lauten die Ergebnisse einer aktuellen Studie des Instituts für Agribusiness. Es untersuchte die Folgen der Einschränkungen von Fungizidwirkstoffen beispielhaft für den Getreidebau.
Dabei wurden Ertragsrückgänge im Getreidebau zwischen 5 und 25% in den Ländern Deutschland, Frankreich und Großbritannien analysiert. Für die Landwirtschaftlichen Betriebe bedeuten diese Ertragsrückgänge eine Minderung des Gewinns um max.11% in Frankreich, 17% in Großbritannien und 29% in Deutschland.
Prof. Dr. Dr. h.c. Michael Schmitz, Direktor des Instituts für Agribusiness betont: „Durch ein Verbot von Triazolen würde der Europäischen Union ein jährlicher Wohlfahrtsverlust von bis zu 5,6 Mrd. US$ entstehen und die Europäische Union müsste mit einer deutlichen Verschlechterung der Agrarhandelsbilanz sowie mit weltweiten Marktanteilsverlusten bei Getreide rechnen.“
Die Studie Nr. 27 „Restricted availability of azole-based fungicides: impacts on EU farmers and crop agriculture“ aus der Reihe Agribusiness-Forschung (ISSN 1434-9787) ist als Druckversion zum Preis von 30,- Euro zu beziehen über das Institut für Agribusiness, Senckenbergstr. 3, 35390 Gießen, Tel. 0641-9937070 oder info@agribusiness.de. (pd)
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