Montag, 21.05.2012
Künftig keine Importlizenzen für Bananen mehr erforderlich
Brüssel - Die EU schafft die Notwendigkeit von Importlizenzen für Bananeneinfuhren ab. Eine entsprechende Regelung passierte Ende November den zuständigen Verwaltungsausschuss.
© Sven Schneider/aboutpixel.de
Sie dürfte zum Jahreswechsel in Kraft treten. Der EU-Dachverband der Frischwarenerzeuger (Freshfel) begrüßte die Entscheidung.
Generalsekretär Philippe Binard bezeichnete den Schritt als überfällig. Das Kontrollinstrument sei mit der Umstellung des EU-Bananenhandels mit Drittstaaten auf ein reines Zollsystem überflüssig geworden. Es habe den Marktteilnehmern einen enormen Verwaltungsaufwand und Kosten in Millionenhöhe beschert, ohne einen Zusatznutzen zu bringen.
Laut Freshfel importiert die EU jährlich rund 4,8 Millionen Tonnen Bananen. Ware aus den EU-Partnerstaaten Afrikas, der Karibik und des Pazifik (AKP-Länder) habe bereits seit 2008 keine Importlizenzen mehr benötigt, wohl aber Produkte anderer Herkunft, insbesondere aus Zentral- und Südamerika. Verlässliche Informationen über die Importströme könnten heutzutage über bestehende Datenbanken zum Beispiel vom Statistischen Amt der Europäischen Union (Eurostat) erhoben werden, so Freshfel.
Bilaterale Vereinbarungen mit den wichtigsten Produzentenländern getroffen
Im langjährigen transatlantischen Bananenstreit kam es bekanntlich 2009 zum Durchbruch: Die EU erklärte sich damals bereit, ihre Importzölle für südamerikanische Bananen über die kommenden Jahre hinweg von 176 Euro pro Tonne auf 114 Euro pro Tonne zu senken. Dieser Satz soll ab 2017 gelten, falls die Doha-Runde bis 2013 abgeschlossen werden kann, andernfalls spätestens ab 2019.
Allerdings ist das Abkommen eigentlich bereits überholt, da mit den wichtigsten Produzentenländern mittlerweile bilaterale Vereinbarungen getroffen wurden, die eine zusätzliche Absenkung der EU-Importzölle auf 75 Euro pro Tonne bis 2020 vorsehen. Die AKP-Staaten, die zollfrei nach Europa exportieren und jetzt einen schärferen Wettbewerb fürchten, sollen bis zu 200 Millionen Euro an Ausgleichszahlungen erhalten. (AgE)
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