Montag, 21.05.2012
Konjunkturbarometer: Stimmung der Landwirte weiter relativ gut
Berlin - Die Stimmungslage der deutschen Landwirte ist unverändert gut. Dies geht aus dem jüngsten Konjunkturbarometer Agrar des Deutschen Bauernverbandes (DBV) hervor.
Die Stimmung ist bei den Landwirten gut, wie das DBV-Konjunkturbarometer zeigt.
© Mühlhausen/landpixel
Der Konjunkturindex, der die Einschätzung der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung und die Erwartungen an die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung der Landwirte zusammenfasst, tendierte im Dezember gegenüber dem Vorquartal sogar leicht nach oben. Das Konjunkturbarometer weist einen Wert von 32,6 aus, nach 31,9 im September und 33,5 im Juni.
Mit der Einschränkung, dass der nach Weihnachten einsetzende deutliche Rückgang der Schweinepreise in der Dezembererhebung kaum Berücksichtigung finden konnte, kann festgestellt werden, das die deutsche Bauern ihre Situation weiterhin relativ zuversichtlich beurteilen.
Aktuelle wirtschaftliche Lage wird als sehr gut bewertet
Dabei erreicht die Beurteilung der aktuellen
wirtschaftlichen Lage auf der Notenskala von 1 bis 5 mit
durchschnittlich 2,72 einen Spitzenwert, der bislang nur im März 2008
erreicht worden ist. Die Einschätzung der künftigen wirtschaftlichen
Lage fällt mit 3,01 zwar nicht so positiv aus, bleibt aber im
Zeitvergleich weiterhin auf einem relativ hohen Niveau. Im Vergleich
zum September werden vor allem die Entwicklung der Fleisch- und
Futtermittelpreise sowie auch die Ernteergebnisse des Jahres 2011
positiver beurteilt. Nahezu unverändert gut werden die Milch- und
Rinderpreise eingeschätzt.
Getreidepreise werden im Dezember allerdings
deutlich schlechter beurteilt. Unverändert stark negativ wirken die
Düngemittelpreise und die Pachten. Gegenüber September wird der
Kostendruck, der von höheren Treibstoff- und Stromkosten ausgeht, von
den Befragten noch stärker hervorgehoben.
Stimmungsbilder variieren stark je nach Betriebsform
Das Stimmungsbild zur wirtschaftlichen Lage der
Landwirtschaft hat sich nach den Dezember-Ergebnissen in den
Ackerbaubetrieben wieder deutlich verbessert und erreicht das relativ
hohe Niveau der Futterbaubetriebe, deren Stimmungswerte gegenüber
September unverändert blieben. Schlechter als die anderen
Betriebsformen, aber etwas besser als im September beurteilen die
Veredlungsbetriebe ihre aktuelle wirtschaftliche Lage. Allerdings
konnte dabei der Einbruch der Schweinepreise kurz vor der Jahreswende
kaum noch in die Bewertung eingehen. Das betrifft auch die Einschätzung
der wirtschaftlichen Situation. Die bessere Marktlage zur Zeit der
Befragung lässt die Einschätzung der künftigen wirtschaftlichen
Situation in den Veredlungsbetrieben etwas besser ausfallen als in den
Ackerbau- und Futterbaubetrieben, deren Stimmungswerte gegenüber
September leicht zurückgegangen sind.
Landwirte sind bei Investitionen vorsichtiger geworden
Trotz der weiterhin relativ guten Stimmung ist die
Investitionsbereitschaft der Betriebe im Jahresvergleich etwas
zurückgegangen, und dies hauptsächlich bei Investitionen in erneuerbare
Energien. 40 Prozent der Betriebe wollen nach ihren Angaben aus
Dezember in den nächsten sechs Monaten investieren. Das sind 3
Prozentpunkte weniger als vor einem Jahr. Etwa 2 Prozentpunkte davon
gehen auf eine verringerte Investitionsbereitschaft in erneuerbare
Energien zurück, in die die Landwirte im nächsten halben Jahr immerhin
noch 1,3 Milliarden Euro investieren wollen (Vorjahr 2,6 Milliarden
Euro). Der Rückgang der Investitionen in erneuerbare Energien ist
ausschließlich auf den starken Rückgang an geplanten Biogasanlagen
zurückzuführen.
Insgesamt
wollen die deutschen Bauern im ersten Halbjahr 2012 5,5 Milliarden Euro
investieren. Das sind 1,7 Milliarden Euro weniger als im vergleichbaren
Vorjahreszeitraum. Die geplanten Investitionen in Maschinen erreichen
den Vorjahresstand, während Gebäude- und Stallinvestitionen niedriger
ausfallen.
Das Konjunktur- und Investitionsbarometer Agrar wird vierteljährlich im
Auftrag des DBV, des VDMA Fachverbandes Landtechnik und der
Landwirtschaftlichen
Rentenbank in einer repräsentativen Umfrage
ermittelt. Zur aktuellen Befragungsrunde aus Dezember 2011 befragte
dazu das Marktforschungsinstitut Produkt + Markt rund 2.000 Landwirte
und Lohnunternehmen.
pd
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