Montag, 21.05.2012
Bauern-Sternfahrt endet vor dem Kanzleramt
Berlin - Nach elf Tagen Fahrt durch ganz Deutschland ist die Bauern-Sternfahrt "Auf dem Weg für unsere bäuerliche Zukunft" heute in Berlin angekommen.
Mit einer Abschlusskundgebung vor dem Kanzleramt endet heute die Bauern-Sternfahrt, zu der verschiedene Gruppen, wie Bdm und AbL aufgerufen hatten.
© AbL
Die Bäuerinnen und Bauern aus dem Allgäu, Ostfriesland, Hessen und Mecklenburg haben mehr als 1.500 Kilometer zurückgelegt und über 50 Veranstaltungen, Kundgebungen sowie Aktionen im Rahmen der Kampagne "Meine Landwirtschaft" durchgeführt, meldet der bdm (Bundesverband Deutscher Milchviehhalter) in einer Pressemitteilung. Die Sternfahrt endete heute um 10 Uhr mit einer "Bauerntafel" vor dem Bundeskanzleramt in Berlin, zu der die Veranstalter die Bundeskanzlerin und alle Berliner eingeladen hatten.
Agrarpolitik soll für faire Preise sorgen
Gemeinsam sollten die nötigen Weichenstellungen für eine bessere
Agrarpolitik im Sinne von Bauern und Verbrauchern diskutiert werden.
Romuald Schaber, Vorsitzender des Bundesverbandes Deutscher
Milchviehhalter (
BDM) e.V., fordert ein Umdenken in der Agrarpolitik:
"Wir streiten für faire Preise und für politische Rahmenbedingungen,
die das ermöglichen", so Schaber. "Hier liegt der Schlüssel für eine
Agrarpolitik, die von einem breiten gesellschaftlichen Konsens getragen
wird. Ohne kostendeckende Preise können auch notwendige ökologische
Leistungen nicht in dem Maße von den Landwirten erbracht werden, wie
sich das Verbraucher und auch die Mehrheit der Bauern selbst wünschen
würden."
Kritik an Subventionen für Konzerne der Ernährungsindustrie
Massiver Kostendruck und ein Wirtschaften nach dem Prinzip
"Wachse oder weiche" führten zu einer Intensivierung und
Industrialisierung der Landwirtschaft, die sowohl für die Gesellschaft
als auch für die Bauern negative soziale und ökologische Folgen habe,
meint der bdm.
"Die Bauern erwarten von der Politik nicht die Festsetzung von Preisen
oder einfach nur mehr Geld. Sie erwarten, dass die Politik ihre
Möglichkeiten ausschöpft, die Märkte so zu gestalten, dass die Bauern
echte Marktteilnehmer mit reellen Vermarktungschancen werden können und
so wieder eine sinnvolle Wertschöpfung erzielen können", erklärt
Schaber weiter. "Das wäre der erste Schritt dahin, dass öffentliche
Gelder zielgerichtet für die von den Bauern erbrachten gesellschaftlich
notwendigen Leistungen wie Klima- und Wasserschutz eingesetzt werden
könnten." Bisher profitierten von den staatlichen Zahlungen vor allem
die Konzerne der Ernährungsindustrie.
pd
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