Unter dem Motto „Wir schaffen Werte“ findet vom 29. Juni bis zum 1. Juli der Deutsche Bauerntag in Koblenz statt. In drei Fachforen diskutieren die Delegierten über die Gemeinsame Agrarpolitik bis 2020, die Energiewende und den Flächenschutz sowie Werte im Dialog, beziehungsweise den Weg des Bauernverbandes zu einem Leitbild.
Gerd Sonnleitner, hier nach seiner Wiederwahl im Juli 2009, hat jetzt seinen Rückzug angekündigt. Foto: ah
Neben den internen Debatten sucht der Berufsstand den Austausch mit politischen Entscheidungsträgern. Für Donnerstag haben unter anderem Bundeskanzlerin Angela
Merkel sowie der polnische EU-Ratspräsident Marek Sawicki ihre Teilnahme zugesagt, am Freitag spricht Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse
Aigner zu den Delegierten und Gästen des Bauerntages. Niedersachsen wird mit knapp 100 Delegierten am
Bauerntag in Koblenz vertreten sein.
Die LAND & Forst sprach mit dem Landvolkpräsident und Vizepräsident im Deutschen Bauernverband Werner Hilse:
Der Deutsche Bauernverband verabschiedet am 1. Juli auf dem Bauerntag in Koblenz ein Leitbild. Sie haben die Diskussionen dazu von Anfang an geleitet. Welche Absicht steht hinter dem Leitbild?
Wir wollen als Verband mit einer mehr als 60-jährigen Erfahrung unsere Wurzeln und die über diesen Zeitraum mit Überzeugung gelebten Werte herausstellen. Mit dem Leitbild definieren wir eine verbindliche Klammer für unsere zukünftige Verbandsarbeit. Der bislang geführte Dialogprozess lebt von der Vielfalt der Beteiligung. Mich persönlich hat die Offenheit für neue und brisante Fragestellungen begeistert, aber auch das Zusammenrücken unterschiedlicher Ebenen und Akteure im Verband.
Seit gut einem Jahr wird im Verband an dem Leitbild gearbeitet. Wie wurden die verschiedenen Akteure mit einbezogen?
In Niedersachsen haben wir im vergangenen Jahr in allen Bezirksverbänden mit unseren Ortsvertrauensleuten den Gedankenaustausch gesucht. Gemeinsam mit den Vizepräsidenten habe ich die Entscheidungen der Verbandsspitze erläutert. Wir haben im Gegenzug viele Anregungen mitgenommen und zugleich einen tiefen Einblick in die Vielfalt unserer Agrarstruktur und der im Verband geäußerten Meinungen mitnehmen dürfen. Bundesweit haben wir uns im März auf dem Wertekongress in Bonn ausgetauscht. Im Mittelpunkt der Diskussionen stand und steht die Einheit in der Vielfalt. Wir wollen uns im Verband die Kritikfähigkeit nach Innen erhalten, aber die Geschlossenheit nach Außen als hohes Gut verteidigen.
Welche inhaltlichen Aussagen und zentralen Werte fasst der Deutsche Bauernverband mit dem Leitbild zusammen?
Die schon von den Gründungsvätern beschworene Einheit in der Vielfalt zählt zweifelsfrei weiter zu den Stärken des Bauernverbandes. Er bringt die Anliegen und Interessen aus allen Produktionsrichtungen zusammen. In den Fachgremien und in Absprache mit den Spezialverbänden erarbeiten wir Positionen, die nicht nur als tragfähiger Kompromiss gelten, sondern die Interessen aller Mitglieder widerspiegeln. Sie machen uns gegenüber Politik und Gesellschaft glaubwürdig. Ein zentraler Wert bleibt für den Bauernverband und seine Mitglieder das Bekenntnis zur Nachhaltigkeit, dazu zählen Wachstum und Fortschritt, aber auch das Bewahren und Schützen der von uns genutzten Ressourcen. Freiheit und Verantwortung für Agrarund Energiemärkte, wie wir sie in jüngster Zeit erleben, heißt beileibe nicht Wachstum um jeden Preis. Wie seine Mitglieder ist der Bauernverband unternehmerisch im Denken, bäuerlich im Herzen und verwurzelt in der Region. Wie jeder einzelne Bauer, jede Bäuerin und jeder junge
Landwirt vertritt der Bauernverband seine Ziele mit Glaubwürdigkeit, Kompetenz, Nachhaltigkeit, Mut und Zuversicht.
Hinweis: Unter der Internetadresse www.bauernverband. net/bauerntag2011 werden Reden und Pressemeldungen zeitnah eingestellt, zu ausgewählten Themen gibt es Videobeiträge im Internet. In den sozialen Netzwerken informiert der Verband via Facebook unter ww.facebook. com/DieDeutschenBauern und über Twitter unter twitter.com/ Bauern_Verband über den Bauerntag.