Peterson kündigte an, die Unternehmensentwicklung durch die Konzentration auf vier Kernziele vorantreiben zu wollen:
- die Verjüngung des Pflanzenschutz-Geschäftes,
- die Verstärkung der Kundenorientierung entlang der gesamten Wertschöpfungkette,
- die Neuausrichtung der Innovationstätigkeit durch erhöhte Investitionen in Forschung und Entwicklung,
- den Ausbau des Geschäfts mit Saatgut und Pflanzeneigenschaften.
Pflanzenschutzmittel der WHO-Klasse I fliegen raus
Bayer CropScience baut derzeit sein Crop-Protection-Geschäft um: Ältere
Produkte laufen aus, der Fokus wird verstärkt auf wichtige
Produktfamilien ausgerichtet, die Präsenz in Wachstumsmärkten
ausgeweitet und der Produktions- und Lieferprozess wird
weiterentwickelt.
Bis Ende kommenden Jahres will Bayer CropScience alle Insektizide
der WHO-Klasse I aus dem Portfolio nehmen. "Bis
Ende 2012 wird Bayer CropScience keine Produkte mit dieser Einstufung
mehr haben", sagte Peterson. Pflanzenschutzmittel
dieser Kategorie sollen durch moderne, zielgerichtete und
umweltfreundlichere Substanzen ersetzt werden.
Mehr Investitionen in Saatgut, Pflanzeigenschaften und Agrochemie-Forschung
Die dritte Säule der Strategie besteht in der Neuausrichtung der
Innovationen mit einem verstärkten Schwerpunkt auf den Geschäftsbereich
BioScience, also Saatgut und Pflanzeneigenschaften, und neuen
Wachstumsbereichen in der Agrochemie-Forschung.
Um das Wachstum durch
neue Produkte voranzutreiben, will das Unternehmen die Ausgaben für
Forschung und Entwicklung (F&E) im Geschäftsbereich BioScience bis
zum Jahr 2015 verdoppeln (2010: rund 200 Millionen Euro). Das gesamte
F&E-Budget von Bayer CropScience soll in diesem Zeitraum um rund 20
Prozent auf mehr als 850 Millionen Euro steigen, sagte Petersen.
Ausweitung des BioScience-Geschäfts
Die vierte Säule der Strategie ist die Ausweitung der Präsenz des
Geschäftsbereiches BioScience in bestimmten Kulturpflanzen. Das Unternehmen will sein Geschäft mit
- Baumwolle,
- Raps und
- Gemüse
weiter
ausbauen. Bereiche, mit denen das Unternehmen des Wachstum des
globalen Marktes für Saatgut und Pflanzeneigenschaften 2010 übertroffen
hat - und auch 2011 weiter übertrifft.
Darüber hinaus plant das
Unternehmen, auch bei Sojabohnen, Reis und Weizen signifikante
Marktpositionen zu erreichen, also in drei der vier wichtigsten
Flächenkulturen weltweit.
- Bei Sojabohnen will Bayer CropScience eine breite Basis an Zuchtmaterial
und erstklassige Zuchtprojekte aufbauen sowie eine herausragende
Pipeline an Pflanzeneigenschaften entwickeln, sagte Peterson.
- Bei Reis,
dem Grundnahrungsmittel mit der weltweit zweigrößten Anbaufläche, will
das Unternehmen die Verbreitung von Hybridsorten in Asien vorantreiben
und Landwirte mit einem ganzheitlichen agronomischem Programm unter dem
Namen "Much More Rice" unterstützen.
- Weizen wurde ebenfalls in den Kreis der wichtigen strategische
Kulturpflanzen für Bayer CropScience aufgenommen, und das Unternehmen
stellt erhebliche Ressourcen für die Erforschung und Entwicklung neuer
Weizensorten und -eigenschaften bereit. Erste neue
Weizensorten würden bis 2015 auf den Markt gebracht werden, kündigte sie
an.
Im Bereich Obst und Gemüse will Bayer CropScience bis 2020 einen Jahresumsatz von drei Milliarden Euro erreichen. Im Fokus stünden dabei Saatgut, Pflanzeigenschaften und Pflanzenschutzlösungen.
Wertschöpfungskette - stärker auf Landwirte ausrichten
Das Unternehmen strebt eine stärkere Kundenorientierung entlang der
gesamten Wertschöpfungskette an, um Lösungen vom Saatgut bis zum
Supermarktregal zu bieten. Dazu gehörten eine stärkere Ausrichtung auf
die Landwirte und verbesserte Abläufe in den Vertriebskanälen. Hinzu
kommen neue Systeme zur Pflege von Kundenbeziehungen, die das mit der
Marke verbundene bewährte Know-how nutzen und das erfolgreiche
Geschäftsmodell der Food-Chain-Partnerschaften durch Kooperationen mit
multinationalen Lebensmittelherstellern und Händlern erweitern,
erläuterte Peterson.
Rekordumsatz im ersten Halbjahr 2011
Im ersten Halbjahr 2011 hat Bayer
CropScience einen Rekordumsatz von 4,2 Milliarden Euro erzielt - das entspricht
währungs- und portfoliobereinigt einem Wachstum von elf Prozent. Trotz
widriger Witterungsbedingungen in wichtigen Anbauregionen konnten sowohl
Crop Protection als auch BioScience in
wichtigen Märkten deutlich zulegen.
Der Umsatz von Crop Protection stieg
währungs- und portfoliobereinigt um zehn Prozent auf 3,24 Milliarden
Euro. Das BioScience-Geschäft verbuchte ein Umsatzplus von 25 Prozent
auf 598 Millionen Euro. Mit einem Umsatz von 364 Millionen Euro
behauptete sich das Environmental-Science-Geschäft.