Montag, 21.05.2012
Berggebietskonferenz: Alpen-Anrainerstaaten vereinbaren Strategie
Oberammergau - Die Alpen-Anrainerstaaten haben sich am gestrigen Montag auf eine gemeinsame Initiative zur Stärkung der Berglandwirtschaft verständigt.
In einer Erklärung vereinbarten Deutschland, Italien, Slowenien, Frankreich, Österreich und die Schweiz auf der Internationalen Berggebietskonferenz eine verstärkte grenz- und sektorübergreifende Zusammenarbeit. Im Mittelpunkt der Vereinbarung steht die Anerkennung der besonderen Leistungen der Berglandwirtschaft für die Gesellschaft. Außerdem haben sich die Unterzeichner einhellig für eine gezielte Unterstützung der Berglandwirtschaft ausgesprochen. So wollen die Anrainerstaaten Maßnahmen zur Bewältigung der Herausforderungen durch die fortschreitende Globalisierung im Agrarbereich und die Auswirkungen des Klimawandels erarbeiten. Hierbei soll den besonderen Bedingungen des Alpenraums Rechnung getragen werden.
Mindestbesiedlung durch Bewirtschaftung sichern
Grundlage der gemeinsamen Strategie ist das Prinzip "Schutz durch
Nutzung". "Nur durch eine aktive Bewirtschaftung garantieren wir eine
Mindestbesiedlung in Berggebieten, können wir Brauchtum und Handwerk
erhalten und einen Beitrag zum Tourismus im Alpenraum leisten", sagte
Aigner bei der Unterzeichnung der "Erklärung von Oberammergau". Darüber
hinaus sprach sie sich für den besseren Schutz und die gemeinsame
Vermarktung der besonderen Qualitätsprodukte aus Bergregionen aus.
Die
vielfältigen Aktivitäten der Anrainerstaaten in diesem Bereich sollen
gebündelt und ausgebaut werden. Forschungs- und Lehreinrichtungen werden
künftig grenzüberschreitend stärker kooperieren. Darüber hinaus werden
sektorübergreifende Konzepte erarbeitet, wobei Berglandwirtschaft,
Tourismus, Gastronomie, Hotellerie und weitere Gewerbe einen gemeinsamen
und partnerschaftlichen Beitrag zur Stabilisierung der Regionen leisten
sollen.
Auf europäischer Ebene will sich Bundesministerin
Aigner gemeinsam mit
den anderen Anrainerstaaten für eine Kennzeichnung "Produkt aus dem
Berggebiet" einsetzen: "Die Erzeugnisse aus den Bergen werden oft
traditionell hergestellt und verarbeitet und haben damit eine ganz
besondere Qualität. Der Verbraucher soll das auch erkennen können", so
Aigner.
Grünlandnutzung verbessern
Vor dem Hintergrund der Verhandlungen über die Gemeinsame Agrarpolitik
in Europa nach 2013 sagte die Bundeslandwirtschaftsministerin:
"Landwirtschaft in den Bergen findet häufig unter erschwerten
Wettbewerbsbedingungen statt. Diese Regionen sollen auch in Zukunft
national und international zuverlässige Rahmenbedingungen für die
Bewirtschaftung vorfinden. Dabei spielt auch die Verbesserung der
Grünlandnutzung in den alpenländischen Berggebieten eine wichtige Rolle.
Dafür setze ich mich mit den anderen Anrainerstaaten auch auf
europäischer Ebene ein."
Für die Alpenregion hat die Berglandwirtschaft besondere Bedeutung: Sie
schafft zahlreiche Arbeitsplätze, erzeugt qualitativ hochwertige
Lebensmittel, dient dem Erhalt der Artenvielfalt, dem Schutz der Umwelt
und der Pflege einer weltweit einzigartigen Kulturlandschaft. Die
"Erklärung von Oberammergau" dient als Richtschnur für die künftigen
nationalen und internationalen Bemühungen zur Stärkung der
Berglandwirtschaft im Alpenraum.
agrarheute.com war für Sie auf der Berggebietskonferenz dabei. Sehen Sie am Donnerstag ein Video der Konferenz.
pd
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