3 Praxisbeispiele: Silageerwärmung mit der Infrarotkamera erkennen

Nacherwärmung ist deutlich schwieriger zu ermitteln als beispielsweise der Energiegehalt einer Silage. Sie kostet jedoch hohe Trockenmasseverluste, die zu berücksichtigen sind. Mittels Infrarotkamera lassen sich die Nacherwärmungen feststellen, wobei die Bewertung der Bilder gelernt sein will. (Fotos: Frank Loof)

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    Erntetemperatur: Die Silagemiete wurde im Januar 2015 aufgenommen. Die Maissilage ist tadellos. Bei den vermeintlichen 'Hotspots' oben und unten auf der linken Seite handelt es sich um die Erntetemperatur: An diesen beiden Stellen wurde wenige Stunden vor dem Entstehen des Fotos Silage entnommen (siehe Situation 2). Zu dieser Beobachtung passt, dass die Temperatur nur nach oben hin abnimmt. Auch die in der oberen Hälfte von rechts nach links leicht zunehmende Temperatur ist einfach zu erklären: Die Silageentnahme erfolgte von rechts nach links. Die Anschnittfläche auf der rechten Seite hatte daher mehr Zeit zum Abkühlen über die Oberfläche. Im unteren Bereich lässt sich leicht versetzt dieselbe Tendenz feststellen. Dass der untere Bereich wärmer ist als der obere, ist durch die noch höhere Kerntemperatur zu erklären. Ebenfalls positiv: Da immer oben und unten Silage entnommen wird, sorgt der Betrieb für gutes 'vertikales Mischen' und verringert damit tägliche Schwankungen in der verfütterten Silagequalität.
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    Erntetemperatur und Randerwärmung: Dieses Bild zeigt ebenfalls eine Maissilage im Januar. Noch besser als beim ersten Praxisbeispiel ist hier die Erntetemperatur und die Richtung der Entnahme erkennbar. In der Mitte oben sowie an der rechten Schulter ist allerdings im Randbereich auch Wärme sichtbar, die dort nicht hingehört. Denn der Rand sollte in etwa die Umgebungstemperatur annehmen. An diesen Stellen lässt sich somit eindeutig Nacherwärmung feststellen. Die Gründe dürften in nicht ausreichendem Verdichten im oberen Bereich und am Rand liegen.
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    Randerwärmung: Dieses Bild entstand im Februar. Hier ist Nacherwärmung an der rechten Kante mit zwei Hotspots zu sehen. In diesen Hotspots wurde mit einem Einstech­thermometer eine Temperatur von über 40 °C gemessen. Solch hohe Temperaturen findet man in Hotspots häufig. Ursache war hier der viel zu geringe Entnahmevorschub von unter 0,8 m pro Woche. Da half es auch nichts, dass die Verdichtung in diesem Fall hervorragend war.
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