Dienstag, 22.05.2012
Bioenergie-Regionen wollen autark werden
Berlin - Die 25 Bioenergie-Regionen in Deutschland wollen beispielhaft zeigen, wie ein Ausbau der Versorgung mit regenerativen Versorgungsquellen künftig geleistet werden kann.
Frankreich sieht für sich ein sehr großes Potenzial beim Energiepflanzenanbau der dritten Generation.
© Jutta Rotter/aboutpixel.de
Das geht aus einem Positionspapier hervor, das Vertreter der gut zwei Dutzend Gebiete kürzlich Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse
Aigner vorgelegt haben. Die 25 Regionen von Nordfriesland über Südoldenburg, die Altmark und Mittelhessen bis hin zum Bodensee haben sich darin vorgenommen, zu "Modellregionen für energieautarke Versorgung" zu werden. Gemeint ist damit, Alternativen zu Energieimporten aufzuzeigen. Zum Ziel gesetzt haben sich die Vertreter der Bioenergieregionen, Vorbild in Sachen "Stoffstrommanagement" und Stromnetze der Zukunft zu werden. Dazu zählen sie eine verbesserte Integration erneuerbarer Energien sowie eine Erhöhung der Energie- und Flächeneffizienz durch Anlagen zur Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Die Gebiete setzen darauf, dass die Förderung von Leuchtturmprojekten Unterstützung dafür bietet, in ihrer Gegend entwickelte Neuerungen überregional zu vermarkten. Sie halten es vor diesem Hintergrund für unerlässlich, "dass eine stärkere Vernetzung der einzelnen Regionen durch zusätzliche Anreize gefördert wird".
Mehr Koppelprodukte verwenden
Verstärkt verwenden wollen die Bioenergie-Regionen organische Rest- und
Abfallstoffe, landwirtschaftliche Koppelprodukte,
Landschaftspflegematerial und Holz aus Kurzumtriebsplantagen. Ihre
künftige Rolle sehen die Regionen laut dem Papier "nicht nur als
Vorbilder, sondern auch als 'Coachs' für andere Regionen außerhalb des
Wettbewerbs". Die 25 Sieger des Wettbewerbs Bioenergie-Regionen des
Bundeslandwirtschaftsministeriums waren vor gut zwei Jahren gekürt
worden. An Förderung erhalten sie für einen Dreijahreszeitraum bis zu
400 000 Euro pro Gebiet an Fördermitteln. Es gibt nun Bestrebungen, über
das eigentliche Ende des Projekts im Mai 2012 hinaus die Strukturen und
auch die Förderung fortzuführen. Positive Signale dazu kommen aus dem
Bundeslandwirtschaftsministerium. Allerdings muss eine solche mögliche
Verlängerung noch geprüft werden.
Bürger vor Ort eingebunden
Die 25 Bio-Energie-Regionen in Deutschland auf einen Blick.
© FNR
Sebastian Damm, Geschäftsführer der Bioenergie-Region
Hohenlohe-Odenwald-Tauber, verweist als Argument für eine Fortsetzung
des Projekts auf die erfolgreiche Bürgerbeteiligung bei
Bioenergieprojekten, beispielsweise bei der Schaffung von Nahwärmenetzen
zur Verwendung der in Biogasanlagen oder Biomassekraftwerken
entstehenden Wärme. Als Beispiel führt er die Wärmenutzung in
öffentlichen Gebäuden und Einrichtungen an. Zudem macht Damm auf die
Schaffung eines Netzwerkgremiums für Naturschutz in seiner Region
aufmerksam, um die Interessen von Naturschutz und Landwirtschaft
zusammenzubringen.
In der Region im Norden Baden-Württembergs steuert Holz den
Großteil zur Bioenergieproduktion bei. Die Zahl der Biogasanlagen wird
auf rund 30 beziffert. Allein in der Bioenergie-Region
Hohenlohe-Odenwald-Tauber seien nach nicht einmal zwei Jahren
Investitionen in den Ausbau der erneuerbaren Energien in Höhe von rund
25 Mio Euro auf den Weg gebracht worden, betont man in dieser
Bioenergie-Region, unter deren maßgeblicher Beteiligung das nun
vorliegende Papier entstand.
AgE
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