Dienstag, 22.05.2012
Bio
| 22.12.2011
Wo gibt es noch Potenzial für deutsche Bio-Bauern?
Bonn - Forscher haben die Angebots- und Nachfrage-Situation des deutschen Bio-Marktes untersucht und so seine Potenziale ermittelt.
Ist tatsächlich Bio drin wo Bio draufsteht? Verbesserte Kontrollen sollen das sicherstellen.
© Christian Mühlhausen/www.landpixel.de
Deutschland ist in Europa der größte Produzent von Bio-Produkten. Trotzdem reicht das heimische Angebot in vielen Bereichen nicht aus, um die Nachfrage ohne Importe zu decken, berichtet Jürgen Beckhoff vom aid-infodienst. Bislang sei jedoch unklar, in welchem Umfang einzelne Bio-Lebensmittel importiert würden. Im Rahmen einer Studie des Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) hätten Wissenschaftler erstmals genaue Zahlen ermittelt, wie sich die Angebotsmengen bei Bio-Produkten zusammensetzen. Dafür werteten die Forscher für das Wirtschaftsjahr 2009/10 u. a. Produktions- und Flächendaten sowie Haushaltspaneldaten aus und analysierten zusätzlich Export- und Importmengen.
Heimisches Angebot bei Eiern, Schweinefleisch, Milch und Äpfeln ist zu gering
Die ermittelten Zahlen zeigten, dass für deutsche Bio-Bauern
vor allem bei Eiern, Schweinefleisch, Milch und Äpfeln Potenzial für
größere Absatzmengen bestehe. So stammten z. B. 20 Prozent der
verkauften Bio-Eier aus dem Ausland. Hinzu komme, dass die Nachfrage
nach Bio-Eiern in Deutschland weiterhin deutlich steige. Bei
Bio-Schweinefleisch würden 22 Prozent des Angebotes importiert. Der
Ausbau der Produktionskapazitäten sei allerdings schwierig, da die
Futter- und Investitionskosten sehr hoch lägen. Insbesondere die hohen
Preise für Bio-Ölsaaten und -soja schlügen beim Futter durch.
Bio-Obstbauern haben ihre Anbauflächen bereits ausgebaut
Bei Bio-Milch müssten 16 Prozent der verbrauchten Menge
importiert werden. Auch hier wäre ein Kapazitätsausbau deutscher
Milchviehbetriebe möglich. Allerdings besteht ein enger preislicher
Konkurrenzkampf mit den Erzeugern aus den Hauptimportländern Dänemark
und Österreich. Im Apfelanbau haben die deutschen Bio-Obstbauern
bereits auf den hohen Importanteil von 50 Prozent reagiert und die
Anbaufläche im Jahr 2011 weiter ausgebaut. Wenig Steigerungspotenzial
sehen die Experten dagegen bei Kartoffeln, Möhren und Rindfleisch. Bei
Bio-Rindfleisch gibt es schon jetzt Überkapazitäten aus heimischer
Erzeugung, während die Anbauflächen für Kartoffeln und Möhren bereits
in den letzten Jahren stark ausgeweitet wurden.
pd
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