Dienstag, 22.05.2012
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| 12.09.2011
Regionalbewegungen wehren sich gegen Öko-Test-Bericht
Feuchtwangen - Der Bundesverband der Regionalbewegung (BRB) hat sich gegen die Darstellung der Zeitschrift Öko-Test gewandt, der Kauf von regionalen Produkten sei „zumeist rausgeschmissenes Geld“.
Der Bundesverband der Regionalbewegungen hält die Titel-Geschichte der aktuellen Ausgabe Öko-Test für undifferenziert.
© Öko-Test
Öko-Test hatte in der September-Ausgabe nach einer Überprüfung von insgesamt 53 Produkten,
die in ihrem Namen oder ihrer Zutatenliste regionale Bezüge
haben, dieses Fazit gezogen. Lediglich 14 der Testartikel wurden
als "echtes Regionalprodukt" eingestuft.
Der BRB räumte ein,
dass die Zeitschrift bei vielen getesteten Artikeln der Lebensmittelindustrie
zwar Recht habe; fälschlicherweise würden aber
glaubwürdige Initiativen zur Regionalvermarktung mit eindeutigen
Mogelpackungen des Handels und der Industrie auf eine
Stufe gestellt.
Öko-Test hatte nach eigenen Angaben als Maßstab
angelegt, dass die überprüften Produkte aus Rohstoffen einer
klar benannten Region bestehen müssen und das jeweilige Erzeugnis
in dieser Region verarbeitet sowie dort vermarktet wird.
Bemängelt wurden unter anderem bei Produkten von Vermarktungsinitiativen,
dass einige Rohstoffe nicht aus der Region
stammen. Der BRB erläuterte dazu, dass die Verfügbarkeit in
diesen Fällen regional nicht gegeben sei, sodass auf nächstmögliche
Lösungen zurückgegriffen werde. Diese Fälle seien aber
keineswegs vergleichbar mit richtigen Mogelpackungen.
Verunsicherung der Verbraucher
Grundsätzlich begrüßt der BRB, dass die Zeitschrift Öko-Test
das Thema "Schwindel im Regionalsektor" aufgegriffen
habe. Das angewandte Schwarz-Weiß-Denken sei im Bereich
regionale Produkte allerdings nur eine eingeschränkte Sichtweise,
die glaubwürdige Produkte in ein falsches Licht rücke.
Fehlende rechtliche Bestimmungen gefährdeten die Glaubwürdigkeit
von ehrlich arbeitenden regionalen Erzeugern und
Initiativen lokaler Produkte.
Der BRB kündigte an, zum
Schutz dieser Strukturen ein Siegel mit Mindeststandards für
Regionalität zu erarbeiten. Bundeslandwirtschaftsministerin
Ilse
Aigner gab indessen laut Spiegel bekannt, an "Leitlinien
für eine transparente und zuverlässige Regional-Kennzeichnung"
zu arbeiten. Dazu sei eine deutliche Abgrenzung
der jeweiligen Region ebenso nötig wie eine Definition, welche
Bestandteile eines Nahrungsmittels tatsächlich von dort
kommen müssten. Die Verbraucher fühlten sich zu Recht getäuscht,
wenn die Produkte nicht hielten, was die Verpackung
verspreche, sagte die Ministerin.
Eine verbindliche Kennzeichnung
befürwortet auch der Vorsitzende des Ernährungsausschusses
im Bundestag, Hans-Michael Goldmann.
Regionale Produkte hätten einen hohen Stellenwert, da sich
die Verbraucher mit den heimischen Produkten identizieren,
erklärte der FDP-Politiker in einer Presseinformation. Durch
eine verbindliche Kennzeichnung für regionale Ware werde
Verbrauchertäuschung ausgeschlossen. "Wir müssen jetzt
Nägel mit Köpfen machen, um das Potential der Lebensmittel
mit regionalem Bezug ausschöpfen zu können", betonte
Goldmann.
AgE
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