Brüssel - Bioethanol wird in den USA steuerlich begünstigt. Europas Biotreibstoff-Hersteller sind über die dadurch möglichen, massiven Importsteigerungen besorgt.
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Bioethanol wird in den USA steuerlich begünstig und ist deshalb sehr wettbewerbsfähig. Diesen Verdacht hegt die EU-Kommission, nachdem im Oktober europäische Biotreibstoff-Produzenten Beschwerde über US-Importe eingereicht haben. Sie vermuten, dass US-Ethanol in der EU aufgrund von Steuergutschriften um bis zu 40 Prozent billiger ist als in den USA selbst. Bis 24. August 2012 will die Kommission prüfen, ob sich der Verdacht bestätigt.
Einen Antrag auf ein Antidumpingverfahren hat der Europäische Verband
der Bioethanolhersteller ePURE gestellt.
In den vergangenen Jahren sind Bioethanol-Einfuhren aus den USA in die
EU deutlich angestiegen. Laut ePURE haben sich diese in den Jahren 2008
und 2010 um mehr als 500 Prozent erhöht. Für 2011 erwarten Experten eine
Verdoppelung der Importe im Vergleich zu 2010.
Ab 2012 Zollgebühren möglich
Die Kommission ist darauf
eingegangen und hat ihr Vorgehen am vergangenen Freitag im Amtsblatt
der EU veröffentlicht. Falls die Untersuchungs-Ergebnisse die
Dumping-Vorwürfe bestätigen, könnte die EU ab August 2012 für US-Importe
Zollgebühren einheben. Bereits seit 2008 wurde amerikanischer und 2009
kanadischer Biodiesel mit Zöllen von bis zu 400 Euro je Tonne belegt. Die
USA halten den Effekt für kaum ausschlaggebend und erklären, die
Steuerbegünstigungen laufen ohnehin aus.
2010 wurden in Europa rund fünf Milliarden Liter Bioethanol verbraucht, rund zwölf Prozent
davon wurden nach Schätzungen der Branche aus den USA und Brasilien
importiert. Die Importquote dürfte jedoch steigen, da die europäischen
Hersteller im Vergleich mit den Rivalen aus diesen Ländern mit kälterem
Wetter kämpfen und zudem über kleinere Anbauflächen verfügen, berichtet
die APA.