Dienstag, 22.05.2012
Bio
| 21.12.2011
Nachfrage nach Bio-Produkten wächst in China weiter
Nürnberg - Das Interesse für Bio-Lebensmittel, Naturkosmetik und Naturtextilien in China wächst ungebremst. Immer mehr Erzeuger versuchen, der stetig zunehmenden Nachfrage nachzukommen.
Chinesisches Schweinefleisch bekommt künftig eine Art Personalausweis.
© Dieter Schütz/pixelio
Darüber hinaus gewinnen auch Importprodukte an Wichtigkeit, berichtet die NürnbergMesse in einer Presseerklärung. Die Franken, die in China auch die dortige BioFach veranstalten, beobachten eine zunehmende Internationalisierung: Zur Veranstaltung 2011 reisten 13 % der Hersteller aus dem Ausland an. Denn neben dem Binnenmarkt wächst auch der Bedarf an Bio-Rohstoffen der westlichen Bio-Märkte.
In den vergangenen fünf Jahren konnte die BioFach China rasant zulegen. Mit mehr als 14.500 Besuchern (+ 27 %) und 342 Ausstellern verbuchte die Jubiläumsveranstaltung im Mai 2011 Rekorde. Für die sechste BioFach vom 24. bis 26. Mai 2012 in Shanghai erwartet die NürnbergMesse China etwa 15.000 Besucher und mehr als 350 Aussteller sowie einen deutlichen Flächenzuwachs.
Chinesischer Bio-Markt vervierfachte sich in nur fünf Jahren
Auf umgerechnet rund 1,55 Mrd. US-Dollar beziffern die
chinesischen Regierungsstatistiken den Wert des Bio-Marktes. Das ist
etwa ein Fünftel des deutschen Marktes, bedeutet aber gleichzeitig eine
Vervierfachung des Umsatzvolumens in China in den vergangenen fünf
Jahren. Die Vorhersagen rechnen in Zukunft weiterhin mit hohen
Wachstumsraten: Der chinesische Bio-Markt könnte 2015 umgerechnet
zwischen 3,9 Mrd. und 9,4 Mrd. US-Dollar wert sein.
Das Angebot an Bio-Lebensmitteln wurde in allen Vertriebskanälen
der steigenden Nachfrage angepasst: Das betrifft sowohl die
chinesischen und internationalen Handelsketten wie Carrefour, Metro
oder Wal-Mart als auch auf Bio- und Naturprodukte spezialisierte
Geschäftstypen wie Lohao City oder Beyond Organic. Die Kette Lohao City
mit ihren rund 20 Filialen in ganz China meldete zum Halbjahr einen
Umsatzzuwachs von 35 % im Vergleich zum Vorjahr.
Derzeit konzentriert sich der Bio-Konsum hauptsächlich noch auf
die Ballungszentren: Die Hauptstadt Peking trägt allein rund 30 % zum
Bio-Umsatz im Einzelhandel bei.
Staatliche und private Kampagnen bringen Öko-Landbau voran
Immer mehr Erzeuger müssen sich auf die steigende Nachfrage
einstellen. Ein aktuelles Beispiel im Bezirk Qinxian in der
nordchinesischen Provinz Shanxi zeigt: Im Rahmen einer Kampagne sollen
hier 100.000 Bio-Kleinbetriebe entstehen. Ziel ist es, die
nachhaltigen, umweltfreundlichen Methoden des Öko-Landbaus bei den
lokalen Bauern zu verbreiten. Mit dem Programm "A million acres of
private gardens in China´s first organic agriculture county" hofft die
lokale Regierung eine Vorreiterrolle zu übernehmen. Durch den
praktizierten Umweltschutz in Verbindung mit dem Bio-Anbau sollen sich
auch Bio-Verarbeiter und Öko-Tourismus in der Region etablieren.
Insgesamt gibt es bereits mehr als 3,5 Mio. Hektar Bio-Anbaufläche
im ganzen Land, 160.000 Hektar sind in Umstellung auf ökologische
Nutzung.
Ein weiteres relativ junges Projekt ist Ti Mu Tiang, ein großer
Bio-Betrieb nach dem CSA-Prinzip (Community Supported Agriculture), bei
dem Konsumenten Bio-Bauern unterstützen und deren Höfe mitfinanzieren.
Die Farm mit Freilandgeflügelhaltung, Gemüse- und Kräuteranbau auf der
drittgrößten chinesischen Insel Changming liefert auf Bestellung die
gewünschten Produkte auf das Festland. Nach dem gleichen Modell
arbeiten Shanghai Organics oder Tony's Farm, die jedoch bereits
etabliert sind.
Ein Online-Shop namens Fields erzeugt zwar nichts selbst, bietet
aber neben Bio-Obst und -Gemüse auch Backwaren, Fleisch und Fisch an.
Kunden dieser Hausliefersysteme sind vor allem Konsumenten zwischen 25
und 35, die in einem zunehmend global orientierten China aufgewachsen
sind und häufig einen westlichen Lebensstil anstreben. Sie sind es
auch, die Umweltfragen ins Gespräch bringen und sich für mehr
Nachhaltigkeit in ihrer Heimat einsetzen.
pd
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