Sonntag, 12.02.2012
Biogas kurbelt den Silomaisanbau weiter kräftig an
WIESBADEN. Zur Ernte 2010 ist der Anbau von Silomais in Deutschland kräftig ausgedehnt worden. Das geht aus den Ergebnissen der Erhebung über die Frühjahrsaussaaten vom vergangenen April hervor, die das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden veröffentlicht hat. Mit 1,858 Mio ha wurde Silomais danach auf rund 212.000 ha mehr ausgesät als im vergangenen Frühjahr. Damit ist die Silomaisfläche in Deutschland in den letzten zehn Jahren insgesamt um mehr als 60 % angewachsen. Die Wiesbadener Statistiker stellten in dem Zusammenhang fest, dass Silomais nicht nur als Futterpflanze Verwendung finde, sondern auch als Energiepflanze in Biogasanlagen eingesetzt werde. Die Produktionsfläche von Körnermais nahm 2010 um 1,6 % auf 471 900 ha zu. Somit säten die Landwirte im Bundesgebiet zur diesjährigen Ernte auf insgesamt 2,33 Mio ha Mais aus, was verglichen mit dem Vorjahr eine Ausweitung um 220.000 ha oder 10,4 % bedeutete. Im Gegensatz dazu wurde der Anbau von Sommergerste nochmals kräftig eingeschränkt, und zwar um 13,7 % auf 367.500 ha. Auch die Aussaat von Hafer ging weiter zurück, nämlich um 7,4 % auf bundesweit nur noch 150.900 ha. Dies ist dem Bundesamt zufolge der jeweils niedrigste Stand seit der Wiedervereinigung.
Leicht korrigiert haben die Wiesbadener Statistiker die im Januar veröffentlichten Zahlen zu den Herbstaussaatflächen. Die Schätzung über das mit Winterweizen bestellte Areal wurde um 12.700 ha auf knapp 3,266 Mio ha gesenkt; das ist aber noch immer die größte Fläche seit Beginn der Aufzeichnungen. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 76.300 ha oder 2,4 % mehr Winterweizen ausgesät. Etwas stärker eingeschränkt als zuvor veranschlagt wurde der Wintergerstenanbau, nämlich um 8,9 % auf 1,321 Mio ha. Noch deutlicher fiel das relative Flächenminus beim Roggen aus: Einschließlich Wintermenggetreide wurde der Anbau dieser Getreideart zur Ernte 2010 gegenüber dem Vorjahr um 13,2 % auf 658.200 ha zurückgefahren. Eine leichte Zunahme von 0,8 % wurde dagegen für Triticale festgestellt, der dieses Jahr bundesweit auf 404.000 ha wächst. Marginal nach unten revidiert hat das Statistikamt die Schätzung der Winterrapsfläche. Gemäß der aktuellen Erhebung wurden im vorigen Herbst gut 1,486 Mio ha mit der Ölfrucht bestellt; das bedeutet im Jahresvergleich ein Plus von 1,1 %. Hinzu kommen 6.200 ha Sommerraps. Bei den Hackfrüchten verlief die Entwicklung konträr: Während das Areal von Kartoffeln mit 265.800 ha das Vorjahresniveau um 0,8 % übertrifft, schränkten die Zuckerrübenbauern den Anbau um 4,0 % auf 368.500 ha ein.
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