Berlin/Freising - Der Deutsche Bauernverband und der Fachverband Biogas haben unter dem Motto 'EEG 2012: Bei Biogas auf dem Boden bleiben!' vor dem Berliner Reichstag demonstriert.
Rund 200 Demonstranten versammelten sich heute vor dem Berliner Reichstag, um für eine Nachbesserung der EEG-Novelle einzutreten.
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Mit Transparenten, Plakaten und einem großen Ballon versuchten die etwa 200 Demonstranten gegenüber mehreren Bundestags-Abgeordneten deutlich zu machen, dass Biogasanlagen in Deutschland "in die Landschaft passen müssen", berichtet der Deutsche Bauernverband in einer Pressemitteilung. Generalsekretär Dr. Helmut Born (DBV) und Josef Pellmeier (Präsident Fachverband Biogas) stellten bei der Protestveranstaltung heraus, dass bei der Novelle des EEG zwingend ein besseres Gleichgewicht zwischen kleinen und großen Anlagen erforderlich sei, um bäuerlichen Biogasanlagen eine nachhaltige Existenz zu ermöglichen.
Bereits gestern Abend fand eine gemeinsame Podiumsdiskussion von
DBV und Fachverband Biogas statt, wo den Abgeordneten nahe gebracht wurde, dass am derzeitigen Gesetzesentwurf noch zwingend Korrekturen erforderlich seien. Die Abgeordneten sicherten zu, die Bedenken und Einwände der Diskussionsteilnehmer zu prüfen.
Bessere Berücksichtigung landwirtschaftlicher Anlagen
Vor der Bundestagsanhörung zur Energiewende hatten der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, und der Präsident des Fachverbandes Biogas, Josef Pellmeyer, gemeinsam eine bessere Berücksichtigung landwirtschaftlicher Biogasanlagen im Erneuerbare Energien Gesetz gefordert. Präsident
Sonnleitner sagte bei einer Veranstaltung der Verbände in Berlin: "Es ist ein Fehler, dass bei den Vergütungen für die Biomasse praktisch keine Degression mehr erfolgen soll. Dadurch besteht die Gefahr, dass neue Biogasanlagen praktisch nur noch in der Dimension eines 'halben Landkreises' mit 1.000 Hektar und mehr Anbaufläche gebaut werden."
DBV und Fachverband Biogas würden hierdurch die regionale Akzeptanz von Biogas in Frage gestellt sehen. "Die starre Vorgabe für eine Wärmenutzung von 60 Prozent wäre ein K.O.-Kriterium für neue Biogasprojekte", so Josef Pellmeyer. Denn die finanzierenden Banken würden das Risiko scheuen, wenn durch einen eventuellen Wegfall eines Wärmekunden wesentliche Teile der EEG-Grundvergütung wegbrechen.
Obergrenze für Mais ist kritisch
DBV und Fachverband Biogas kritisieren auch, dass durch die vorgesehene höhere Vergütung für neue Bioabfallanlagen den bestehenden Anlagen die Rohstoffe und damit die Existenzgrundlage entzogen wird, teilt der
DBV mit. Josef Pellmeyer: "Wir meinen daher, dass die neue Vergütungsklasse für Bioabfallanlagen gestrichen werden soll."
DBV und Fachverband Biogas sehen auch die geplante Obergrenze für Mais in Biogasanlagen kritisch. Präsident Sonnleitner: "Ich halte eine Maisquote im EEG für einen Irrweg. Dieses trockene Frühjahr mit Dürreschäden beim Grünland, bei Getreide und bei Raps zeigt exemplarisch, dass wir den Mais als anpassungsfähige und ertragreiche Pflanze brauchen!"
Züchtungsforschung ankurbeln
Beide Verbände fordern den Bund auf, seine Züchtungsforschung für Energiepflanzen massiv anzukurbeln, um mittelfristig alternative Energiepflanzen verfügbar zu haben.
DBV und Fachverband Biogas fordern gemeinsam auch ein realistisches Herangehen an die so genannte Markt- und Netzintegration.
Sonnleitner und Pellmeyer: "Marktprämie und vor allem auch ein Flexibilitätsbonus als Anreiz zur bedarfsgerechten Stromerzeugung können ein Einstieg sein – aber bitte mit realistischen Werten und nicht als Pflicht, sondern als Option, damit landwirtschaftliche Biogasanlagen gleiche Chancen haben."