Bonn - Während die Biogetreideernte in vollem Gange ist, aber immer wieder von Regenfällen unterbrochen wird, gestaltet sich die Preisfindung in diesem Jahr besonders schwer.
Ein Liquiditätsengpass führt möglicherweise dazu, dass österreichische Biobauern zu wenig Geld für ihr bereits geliefertes Getreide erhalten.
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Wie die Agrarmarkt
Informations-GmbH (AMI) berichtete, ist der "Run" auf das neue Biogetreide bislang sehr verhalten
ausgefallen. Seit Mitte beziehungsweise Ende Juli liefen
zwar etliche günstigere Geschäfte mit sofortiger Lieferung. Auf
längerfristige Partien wollten sich aber weder Käufer noch Verkäufer
festlegen.
Die Lager der Verarbeiter seien meist aus der alten
Ernte bis September oder noch Oktober gefüllt und die Landwirte
könnten bislang kaum einschätzen, welche Mengen in welchen
Qualitäten sie letztlich von den Feldern holenwürden, erläuterte die
AMI. Daher sei auf beiden Seiten Abwarten angesagt, da man sich
oft über die Preise noch nicht einig werde.
Einschätzungen zur
Marktlage unterschiedlich
Einerseits werteten einige die Ernte
nicht als "Katastrophenernte" und erwarteten einen leichten Rückgang
der Preise besonders für Futtergetreide, auch weil die Preise
für konventionelles Getreide auf der Stelle treten. Der größere Teil
der Marktteilnehmer rechne aber mit stabilen oder leicht steigenden
Preisen für Biogetreide. Diese Erwartung resultiere aus den Ertrags-
und Qualitätsschätzungen, die doch häufig um fünf Prozent bis 15 Prozent
unter dem Durchschnitt lägen, so die AMI.
Uneinheitliche Ernteergebnisse
Die ersten Druschergebnisse
zeigten zwar ein sehr uneinheitliches Bild mit regional oder
sogar lokal großen Unterschieden; bundesweit lasse sich aber sagen,
dass die Frühjahrstrockenheit weniger Auswirkungen zu haben
scheine als befürchtet. Von Ertragseinbußen betroffen seien
eher leichte Standorte; auf besseren Böden bewege sich die Erntemenge
auf fast normalem bis leicht unterdurchschnittlichem Niveau.
Der Regen im Juli habe zunächst zur Ertragssteigerung beigetragen;
inzwischen habe sich aber das Blatt gewendet und mit
jedem weiteren Regentag in den oft reifen Beständen stiegen die
Befürchtungen um Fallzahlen und oftmals auch um Protein- und
Klebergehalte.
Die größten Einbußen seien bei
Gerste und Roggen
zu verzeichnen - bei der Gerste, da sie als erstes reif sei und nach
der Trockenheit kaum vom Regen profitiert habe, und beim Roggen, da er häufig auf leichten Standorten angebaut wurde.