Berlin - Biobauern eine bessere Marktposition verschaffen: Das ist das Ziel eines auf drei Jahre angelegten Forschungsprojekts. Darin geht es um eine größere Sortenvielfalt bei Biomöhren.
Die Hälfte der Bio-Karotten, die in Deutschland angeboten werden, stammen aus Italien, den Niederlanden oder Israel.
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"Entwicklung verschiedenfarbiger Möhrensorten für
den Bioanbau" lautet der Titel des Forschungsprojekts der Bundesanstalt für
Landwirtschaft und Ernährung. Dabei geht es nicht um bunte Möhren, sondern um
eine verbesserte Sortenvielfalt. Ziel ist es, den ökologisch
wirtschaftenden Landwirten eine bessere Marktbasis zu
ermöglichen und damit ökonomische Vorteile auf dem Weltmarktzu etablieren.
Im Gegensatz zur konventionellen Pflanzenzüchtung müssen Ökolandwirte
beispielsweise auf (chemisch-synthetische) Pflanzenschutzmittel
verzichten. Folglich müssen die Pflanzen unter anderem durch verbesserte
Sortenzüchtungen widerstandsfähiger gegen Pilzbefall und andere
Krankheiten gemacht werden. Genau dies ist das Ziel der insgesamt
dreijährigen Förderung, das mit BÖLN-Mitteln in Höhe von 230.000 Euro
finanziert wird.
In erster Linie geht es um die Nutzung und Weiterentwicklung der
vorhandenen genetischen Ressourcen, die damit züchterisch erschlossen
und einer praktischen Nutzung zugeführt werden. Im Ergebnis soll durch
die Förderung ein qualitativ und quantitativ besseres Sortiment für alle
Möhren-Erzeuger - sowohl Öko-Erzeuger als auch konventionell arbeitende
Landwirte - bei einer ökonomisch bedeutsamen Kulturart entstehen.
Wirtschaftliche Bedeutung
Insgesamt zählen Möhren in Deutschland mit einer Anbaufläche von 10.200
Hektar zu den wichtigsten Freilandgemüsearten überhaupt. Auf 14 Prozent
dieser Fläche wurden 2010 Biomöhren angebaut. Nach Analysen der
Agrarmarkt Informations-GmbH (AMI) sowie weiterer Institute beträgt der
Importanteil bei Möhren rund 48 Prozent. Vor diesem Hintergrund soll das
Forschungsprojekt dazu beitragen, die Chancen für deutsche Erzeuger erhöhen.
Bio auf 280 Hektar: Unterwegs auf einem ökologischen Großbetrieb
Qualitative Kriterien im Mittelpunkt
Ziel sind vor allem samenfeste und damit
auch durch Landwirte direkt vermehrbare Sorten. Diese sollen
lange lagerfähig sein, Resistenzen gegen diverse Krankheiten besitzen
und einen hohen Gehalt gesundheitsfördernder Inhaltsstoffe aufweisen.
Es zeigte sich, dass damit auch unterschiedliche Färbungen der Möhren
genetisch verknüpft waren - ein Kriterium, was man vermarktungstechnisch
zum Vorteil des heimischen Möhrenanbaus nutzen kann. Also hat man auch
dieses Kriterium in die Selektion zur Weiterentwicklung des Saatgutes
mit einbezogen.