Dienstag, 22.05.2012
Vermittlung von Landtechnik bleibt wichtigste Aufgabe der Maschinenringe
Neuburg an der Donau - Die deutschen Landwirte nutzen immer intensiver die Vermittlungsleistungen der von ihnen selbst gegründeten und verwalteten Maschinenringe.
Durch den neuen Häcksler bieten sich Fendt-Exklusivpartnern
neue Optionen. Der Katana dürfte
aber dort für Bewegung sorgen, wo Händler
bisher andere Häckslerfabrikate nutzen.
© Fendt
Wie der Bundesverband der Maschinenringe (BMR) mitteilte, wurde 2010 in der Branche ein Rekordumsatz in Höhe von 1,07 Milliarden Euro erwirtschaftet. Die wichtigsten Aufgabenbereiche seien weiterhin die Vermittlung von Landtechnik über die Betriebsgrenzen hinaus sowie die Koordination von Arbeitseinsätzen in- und außerhalb der Landwirtschaft.
"Der begrenzende Faktor auf den Höfen ist heute nicht mehr die Technik, sondern die Arbeitszeit", erklärte BMR-Präsident Leonhard Ost auf der Jahrestagung des Verbandes in Neuburg an der Donau. Weil immer weniger mitarbeitende Familienangehörige zur Verfügung stünden und gleichzeitig die Betriebe wüchsen, sei die Bereitstellung von Fahrern ebenso wichtig wie die Organisation der gemeinsamen Nutzung von schlagkräftigen Maschinen.
Betriebshelfer wurden stärker nachgefragt
Im Geschäftsfeld Maschinenvermittlung hätten die Landwirte im vergangenen Jahr bei Technik und Arbeitsleistung im Gegenwert von 527 Millionen Euro überbetrieblich kooperiert. Das sei eine Steigerung von vier Prozent gegenüber 2009, betonte Ost, der auch die Zukunftsaufgaben des Maschinenrings aufzeigte. Ganz entscheidend werde es darauf ankommen, die neuen elektronischen Möglichkeiten für alle Landwirte zurVerfügung zu stellen egal, wie viel Fläche sie bewirtschafteten. Darüber hinaus müssten für die arbeitsintensiven Phasen ausreichend Fachkräfte und auch komplette Einsatztrupps bereitstehen. Schließlich sei die Vermittlung von sicheren und exiblen Zusatzeinkommen auch künftig eine Aufgabe.
Nach Angaben des BMR wurde die Betriebshelfervermittlung, eine weitere Kernaufgabe der Maschinenringe, 2010 stärker in Anspruch genommen als noch im Jahr zuvor. Insgesamt 6,2 Millionen Arbeitsstunden würden von den Betriebshelfern sowohl bei Notfällen und Krankheit als auch als Urlaubsvertretung und zur Unterstützung in besonders arbeitsintensiven Phasen geleistet. "Die landwirtschaftlichen Kassen sind bei der Bewilligung von Betriebshelferstunden seit einigen Jahren sehr zurückhaltend", monierte BMR-Geschäftsführer Gerhard Röhrl . Allerdings werde dieser Rückgang durch die verstärkte Nachfrage aus wirtschaftlichen Gründen aufgefangen. Röhrl erinnerte daran, dass die Landwirte diese wirtschaftlichen Einsätze selbst bezahlen müssten; bei Krankheit und Unfällen seien die Kassen zur Finanzierung eines Betriebshelfers verpichtet.
Zuerwerb bleibt wichtig
Die deutlichste Umsatzsteigerung gab es dem BMR zufolge im vergangenen Jahr bei der Vermittlung von Zuerwerbsaufträgen und der Organisation von Einkaufsvorteilen für die Landwirte. Hier weist der Jahresbericht gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 21 Prozent auf knapp 380 Millionen Euro aus. Zu einem guten Teil seien für diesen Zuwachs die beiden schneereichen Winter verantwortlich, mit denen 2010 angefangen und auch geendet habe, erklärte der Verband.
Aufträge für den Winterdienst würden häug von Landwirten übernommen, weil diese im Winter dadurch ihre freien Kapazitäten nutzen und ihre Maschinen besser auslasten könnten. Allein in Baden-Württemberg hätten die Mitglieder 2010 im Zuerwerb rund 32 Millionen Euro umgesetzt; das seien gut 36 Prozent mehr als im Vorjahr. Der BMR hob hervor, dass sich die Mitgliederzahlen in den 262 regionalen Geschäftsstellen trotz des Strukturwandels kaum verändert hätten. Bei einem minimalen Anstieg um 0,22 Prozent seien im vergangenen Jahr 193.544 Landwirte Mitglieder in einem Maschinenring gewesen.
AgE
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