Dienstag, 22.05.2012
Aktuelle Analyse der Warenterminbörsen
Mannheim/München - Der jüngste USDA-Bericht hat den Fokus der Marktteilnehmer weg vom Börsengeschehen wieder auf die Ernte- und Wetteraussichten gelenkt.
Die neusten USDA-Zahlen haben am Markt keinen Impuls bewirkt.
© Torbz/fotolia.de
Der August-Monatsbericht des USDA hatte den Fokus der Marktteilnehmer weg vom internationalen Börsengeschehen und den Schulden- und Finanzkrisen wieder auf fundamentale Werte gelenkt. Ernte-Ergebnisse und Wetteraussichten waren das marktbeherrschende Thema. Am Donnerstag dann mussten die Börsen sich wieder den allgemeinen Börsen-Trends unterwerfen. Im Windschatten von Dax und Dow Jones gaben auch die Börsen-Notierungen der Agrar-Rohstoffe nach.
Rapssaat: Rohölpreis bremst weiter die Notierungen
Die Raps-Notierungen an der Matif konnten den Kursabrutsch vom Beginn der letzten Woche nicht wieder zurück gewinnen. Unverändert bremst die enge Bindung als Energieträger an die Rohöl-Notierungen, die aktuell zum Spielball der Konjunktur-Sorgen geworden sind. Der Fronttermin November schloss am gestrigen Donnerstag bei 416,75 Euro je Tonne (€/to) mit einem Verlust von 4,50 €.
Die deutsche
Rapsernte wird von Monat zu Monat kleiner. Der deutsche Raiffeisenverband schätzt diese in seinem aktualisierten August-Bericht nur noch auf 4,0 Millionen Tonnen, ein Minus von 29,6 Prozent im Vergleich zur Vorjahresernte. Vom USDA wurde die deutsche Ernte im August-Bericht auf 4,5 Millionen Tonnen taxiert, 0,3 Millionen Tonnen weniger als im Juli angenommen wurde.
Mahlweizen: Schwarzmeerregion bestimmt den Markt
Die Weizen-Notierungen in Chicago zogen nach der Veröffentlichung des
USDA im Sog der Mais-Notierungen an, worauf auch an der Matif die Kurse
fester tendierten um anschließend in den vertrauten Bereich knapp unter
der 200,-€-Marke einzuschwenken.
Vom deutschen Raiffeisenverband wurde auch die Erwartung für die
Weizenernte reduziert, um 0,8 Millionen Tonnen auf nunmehr 22,0 Millionen Tonnen. Verglichen
mit der letztjährigen Ernte entspricht dies einem Minus von 7,5 Prozent.
Laut offizieller Zollstatistik beliefen sich die russischen
Weizenexporte im Juli auf insgesamt 2,4 Millionen Tonnen und lagen damit deutlich
über dem prognostizierten Volumen von 1,8 Millionen Tonnen.
Die Weizenexporte im August werden von Marktbeobachtern auf 2,6 Millionen Tonnen
veranschlagt.
Diese imposanten Zahlen untermauern auf eindrucksvolle Art unsere
Behauptung, dass die Musik in den ersten Monaten der Saison 2011/12 in
der Schwarzmeerregion gemacht wird.
Mais: Geringe US-Maisernte erwartet
In den Bundesstaaten Arkansas, Louisiana und Tennessee in den USA hat
die
Maisernte begonnen. Die Hektarerträge liegen bisher 0,5 - 0,6 Tonnen
unter denen des Vorjahres. Da in diesen Staaten lediglich rund zwei Prozent der
US-Ernte produziert wird, ist das sicherlich von eher untergeordneter
Bedeutung.
Anders sieht es im eigentlichen Corn-Belt aus. Auf einer eintägigen
Erntebesichtigungstour in Illinois, dem nach Iowa zweitgrößten
Produzenten, haben Teilnehmer Hektarerträge von 9,28 Tonnen ermittelt
verglichen mit 10,85 Tonnen in 2010.
Das USDA hat in seinem August-Bericht einen Hektarertrag von 10,65 Tonnen
zugrunde gelegt. Es könnte durchaus passieren, dass die US-Maisernte
noch kleiner ausfällt, als zuletzt vom USDA geschätzt.
Futtergetreide: Weiter verhaltene Nachfrage
Die Nachfrage seitens der Mischfutterindustrie bleibt nach wie vor
verhalten. Man wartet die endgültigen Ernte-Ergebnisse ab.
Die UK-Weizenexporte beliefen sich im Wirtschaftsjahr 2010/11 auf 2,65
Millionen Tonnen, neun Prozent mehr als im Vorjahr. Die Niederlande waren mit 0,66 Millionen Tonnen
Hauptabnehmer, gefolgt von Spanien mit 0,58 Millionen Tonnen.
ks agrar
Um ein Kommentar zu schreiben müssen Sie sich einloggen.