Dienstag, 22.05.2012
Brasilien wird zum Top-Sojabohnenexporteur
Washington/Chicago - Im internationalen Soja-Handel dürfte im laufenden Wirtschaftsjahr Brasilien die Vereinigten Staaten als führender Exporteur von Sojabohnen ablösen.
Die großen Trockenheitsverluste lassen in Brasilien die Hoffnung auf eine große Sojaernte schwinden.
© landpixel
Davon zumindest geht das Washingtoner
Landwirtschaftsministerium in seinem jüngsten Bericht
zum Weltmarkt für Ölsaaten aus. Die US-Fachleute erwarten,
dass Brasilien die Sojabohnenausfuhren gegenüber der
Kampagne 2010/11 um mehr als 8 Millionen Tonnen auf 38,0 Millionen Tonnen steigern
wird.
Dabei sagen sie eine erneut sehr gute Sojaernte in
Brasilien voraus; diese soll mit 75,0 Millionen Tonnen nur um 0,5 Millionen Tonnen
unter dem vorjährigen Rekordergebnis bleiben. Bis zur Ernte
kann allerdings noch viel passieren, weshalb die Prognose
noch mit sehr großer Unsicherheit belastet ist.
Hervorragender Start der Erntesaison
Brasilien wird zum Top-Sojabohnenexporteur
Der Start in
die neue Erntesaison verlief in dem südamerikanischen Land
jedoch bestens: Regenfälle Ende September ermöglichten
den Sojafarmern in Brasilien eine frühe Bestellung der Flächen.
Bis Mitte November waren rund 60 Prozent des landesweit
geplanten Areals mit der Ölsaat bestellt. Derweil bestätigten
sich die Erwartungen hinsichtlich der diesjährigen Sojabohnenernte
in den USA nicht ganz: Während die Produktion im
September noch auf 84 Millionen Tonnen veranschlagt worden war, beläuft
sich die aktuelle Schätzung auf 82,9 Millionen Tonnen, verglichen
mit 90,6 Millionen Tonnen imVorjahr.
Schleppender US-Export
Bezüglich der Ausfuhren des eigenen
Landes wird jetzt vom Ministerium mit einem Rückgang
um 4,8 Millionen Tonnen auf 36,1 Millionen Tonnen gerechnet. Die Experten verweisen
dabei auf den bisher schleppenden Vermarktungsverlauf
in dieser Saison: Von August bis Ende Oktober belief sich die
US-Exportmenge von Sojabohnen aus der Ernte 2011 einschließlich
der schon für Lieferungen in den nächsten Monaten
abgeschlossenen Verkäufe auf lediglich 18,5 Millionen Tonnen gegenüber
28,9 Millionen Tonnen zur gleichen Zeit des Vorjahres. Auf China
bezogen lag die betreffende Menge mit 12,9 Millionen Tonnen um 4,7 Millionen Tonnen unter dem Vergleichsniveau von 2010/11.
AgE
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